Halbzeit

Wie schnell hier die Zeit vergeht. Die erste Woche des Trainingslager ist bereits vorbei und geht mit 210 Wkm in die Bücher. Gestern hatten wir erstmals bedeckten Himmel, aber gegen 16 Uhr kam dann doch noch die Sonne pünktlich zu unserer Tempoeinheit heraus.

Wir liefen die 17 x 400 m mit 200 m Temporeduktion. Es war gleichzeitig die letzte harte Tempoeinheit in meiner Vorbereitung für den Kandel Marathon.

Trotz der Vorbelastung des langen Laufes, gelang es mir die einzelnen Abschnitte ziemlich konstant durchziehen. Mit 36:58 min für die 10 km war ich am Ende um 1 Minute schneller als in der Vorwoche beim 10-er ohne Uhr.

Die morgentlichen Einheiten habe ich – nach Rücksprache mit dem Trainer – bereits gestrichen. Auch den obligatorischen Staffellauf der morgen auf dem Programm steht, lasse ich ausfallen. Dafür laufe ich bereits am Dienstag den 18-er Tempolauf, der für die Gruppe erst am Donnerstag angesagt ist.

Für mich ein letzter wichtiger Test, auf gleicher Strecke wie im Vorjahr. Mal sehen welchen Schnitt ich durchbringe. Letztes Jahr lief ich hier 1:09:04 h, allerdings zusammen mit der Gruppe. Morgen bin ich dann ganz alleine unterwegs…

35 km mit 15 km Endbeschleunigung

Pünktlich um 12 Uhr starteten wir vom Hotel auf die lange Runde. Die Gruppe lief harmonisch und bis km 20 lag der Schnitt bei 4:39/km. Kurz vor Beginn der Endbeschleunigung war noch eine Verpflegungsstation, an der ich mich ausreichend versorgte, während die Gruppe schon mal weiter lief.

Dann ging es auch schon los. Der erste km ging in 3:38 min auf leicht abschüssiger Piste weg. Leider führte uns die Route die nächsten Kilometer auf einen Schotterweg. Landschaftlich wunderbar zwischen Weiden mit andalusischen Stieren, aber ich rutsche bei jedem Schritt mit meinen Nike LunarTrainer. Kein idealer Schuh für solche Verhältnisse.
Trotz welliger Piste konnte ich den Schnitt unter 4 min halten und hätte jederzeit noch forcieren können. Doch ich wußte, dass noch ein paar Anstiege warteten.

Mittlerweile hatte ich den Großteil der vor uns gestarteten Gruppen überholt und es ging nach kurzer Getränkeaufnahme auf die finalen Kilometer. Unter der Autobahn nach Cadiz hindurch über einige Kreisel hinweg, kam mit dem Berg vor Conil, der letzte Anstieg den ich mit 4:12/km meistern konnte. Bergab lief ich es dann einfach laufen und auf dem letzten flachen Stück war dann nochmal eine 3:57 min drin. Allerdings versaute der letzte giftige Anstieg, vom Strand hinauf Richtung Hotel mit 4:16 min etwas den Schnitt.

Dennoch bin ich mit den 1:00:20 h für die 15 km hochzufrieden. Ein respektabler Schnitt von 4:01/km, gespickt mit einigen Höhenmetern.
Mit 2:33:20 h für die Gesamtstrecke lief ich mit 4:23/km Schnitt meinen bisher schnellsten 35-er.

Jetzt wird es Zeit, dass ich mich für den Kandel-Marathon anmelde….

Wiederholungsläufe

Am Mittwochmorgen erklärte uns der Trainer nach der Morgeneinheit und Frühstück in seinem ersten Vortrag die Wichtigkeit von Dehn- und Stabilitätsübungen, dabei zeigte er uns ein hochinteressantes Video einer amerikanischen Studie.

Nachmittags stand dann mit den 4 x 2500 m Wiederholungsläufen die zweite Tempoeinheit auf dem Programm.

Mein Garmin zeigte am Ende einen Schnitt von 3:30-3:43-3:35-3:35/km an. Den Ausreißer im zweiten Intervall hatte ich einem kurzen ungewollten Boxenstopp zu verdanken. Angesichts der Wetterbedingungen und des nicht einfachen Profils bin ich mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.

Heute früh um 7:30 Uhr wieder kurzes Einlaufen über 3 km anschließend Stabi, Kraft, Dehnung und Koordination mit anschließenden 9 ruhigen Kilometern am Strand, bei strahlendem Sonnenschein, aber böigem Wind.

Am Nachmittag lief ich dann zusammen mit der zweiten Gruppe lockere 21 km auf der Leuchtturmrunde.

Morgen um 12 Uhr starte ich dann mit Gruppe 1 zum langen Lauf über 35 km. Bin gespannt wie ich die 15 km Endbeschleunigung mit 145 Wkm in den Beinen über die andalusischen Hügeln bei gemeldeten Temperaturen um die 24 Grad hinkriegen werde…

Angekommen

Zuerst gab es am Flughafen in Palma de Mallorca ein großes Hallo und dann ging es gleich weiter nach Jerez. Nach dem Transfer zum Hotel und dem einchecken konnte ich gegen 19 Uhr gleich die Laufschuhe schnüren und trabte locker zum Strand. Leider ist der Zugang zum südlichen Teil wie im letzten Jahr durch einen Wassergraben versperrt.
Dafür haben wir traumhaftes Wetter. Wenig Wind, blauer Himmel und Sonne pur mit Temperaturen an die 20 Grad.

Nach der Morgeneinheit war gestern Abend mit dem „10-er ohne Uhr“ die erste Tempoeinheit angesagt. Meine Zielzeit lag bei 37:30 min, die ich dann um 29 sec. verpasste. Anfangs lief ich zu schnell und hatte dann auf der selektiven Strecke mittendrin einen Hänger, konnte aber hintenraus nochmal richtig forcieren. Nach dem „Langen“ vom Samstag, den Reisestrapazen und der gleichzeitigen Wetterumstellung, kann ich aber mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Heute morgen wieder nüchtern zum Stabi-und Athletiktraining, wo uns Peter mit der neuen „Testo“ Variante ganz schön fordert. Die kurzen Sprints zum Abschluß der Übungen, sind nicht so nach meinem Geschmack…

Am Nachmittag geht es dann auf die extensive Runde Richtung Leuchtturm. Auf dem Rückweg laufen wir auf dem landschaftlich wunderschönen Weg an der Steilküste entlang. Dort konnten wir letztes Jahr wegen dem vielen Regen und den matschigen Wegen überhaupt nicht laufen. Deshalb freue ich mich jetzt schon besonders darauf…

36 km mit 12 km Endebeschleunigung

Nachdem ich mich die letzten zwei Tage regelrecht durch den Wald geschleppt hatte, war ich bezüglich des Langen Laufs sehr skeptisch.
Aber die Sorgen die ich mir machte, lösten sich spätesten nach km 24, die ich im 4:44/km Schnitt angegangen war, auf.

Denn mit 46:46 min legte ich für die 12 km EBS einen sensationellen 3:54/km Schnitt hin. Am Ende zeigte der Garmin 2:41:16 h für die 36 km, bei einem Durchschnittspuls von 130 Schlägen. So schnell war ich noch nie….

Jetzt sitze ich hier am Flughafen Frankfurt und hab bereits eingecheckt. Freue mich schon riesig auf viele bekannte Gesichter, die ich in Palma treffe.
Dann geht’s gemeinsam im Flieger weiter nach Conil de Frontera wo ich mir den letzten Feinschliff für den Bienwald-Marathon hole….

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