Lang ist es her…

David…seit ich hier meinen letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Viel ist passiert. Ich hatte mein Training umgestellt und trainierte nicht mehr nach den Vorgaben von Peter Greif. Lagen meine wöchentlichen Kilometerumfänge vorher über der 100-er Marke, bewegte ich mich zuletzt deutlich darunter. Neben der Reduzierung des Umfangs wurde das Lauftempo angehoben. Mit diesem Versuch wurde eine Verbesserung der Grundschnelligkeit angestrebt. Die Umstellungsphase war nicht einfach und irgendwie ging es auch nicht richtig voran. Bis zum Honischlauf in Niedernberg wollte ich es aber wissen. Leider war das Ergebnis enttäuschend.

Zu Beginn der Sommerregeneration lies ich mir zwei Backenzähne entfernen, die beide an den Wurzelspitzen entzündet waren. Vielleicht lag auch hierin die Ursache für meine momentane Leistungsfähigkeit.

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten, Seit Anfang Mai habe ich einen neuen Trainingspartner. Sein Name ist Sibaz, ein syrischer Flüchtling. Anfangs liefen wir fast täglich zusammen. Der Kontakt kam durch einen Bekannten zustande, der jemanden suchte, der läuferisch mit ihm mithalten könnte. Er ist sehr talentiert und war früher im militärischen Fünfkampf international für sein Heimatland unterwegs. Allerdings hatte er einige Zeit keinen Sport gemacht und musste erst langsam wieder in Form kommen.

Nach 4 Wochen gemeinsamem Training konnte er beim Römerlauf in Obernburg den dritten Gesamtplatz über 5 km belegen. Den Honischlauf über 5 km in Niedernberg gewann er bereits eine halbe Minute schneller und beim Barbarossalauf in Erlenbach lief er die 5 km in 16:54 min auf Platz zwei. Beim SEFRA-Lauf in Aschaffenburg feierte er seinen zweiten Gesamtsieg. Leider verletzte er sich hierbei an der Wade und kann seither nicht mehr richtig trainieren.

Anfangs klinkten sich ab und zu noch ein paar Vereinskollegen vom LAZ bei den Tempoläufen ein, die wir überwiegend im Spessartstadion Elsenfeld auf der Bahn absolvierten. Daraus hat sich eine richtige kleine, aber feine Trainingsgruppe entwickelt. Zur Zeit bereiten wir uns gemeinsam auf den Frankfurt Marathon vor.

Nach der Sommerregeneration wechselte ich wieder in meinen Greif-Plan. Allerdings fehlte irgendwie die Motivation und durch zusätzliches Krafttraining im Kieserstudio waren die Trainingseinheiten auch nicht so einfach zu absolvieren. Hinzu kamen noch orthopädische Probleme mit der Sehne meines linken Fußes, die mich eine komplette Woche pausieren lies. Zum Glück schaffte ich dann wieder den Anschluss im Greif-Trainingslager in Wolfshagen. Es war zwar hart, aber ich zog es durch. Seither geht es kontinuierlich aufwärts. Mehr dazu die nächsten Tage…

Ach so, bevor ich es vergesse. Es gab noch zwei einschneidende Ereignisse in meinem Leben. Am 06.06.2017 bin ich glücklicher Opa eines gesunden Jungen geworden und am 05.07.2017 verstarb vollkommen überraschend mein älterer Bruder mit gerade einmal 60 Jahren.

Greif-TL 2017 Wolfshagen

Wieder ein Jahr besser?

P1330676Herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zu meinem Geburtstag!
Ich habe mich sehr darüber gefreut 😉

Wieder 1 Jahr älter, oder wie einer der zahlreichen Gratulanten auf Facebook schrieb:
„Wieder 1 Jahr besser“.

Dabei kommt es wahrscheinlich darauf an aus welchem Blickwinkel man die Sache betrachtet.

Die Zeiten in denen man mit dem Lebensalter besser wird, sind bei mir definitiv vorbei, leider. Dafür tickt die biologische Uhr zu gnadenlos. Obwohl ich mich definitiv nicht beschweren kann. Da ich als Späteinsteiger erst seit 2004 leistungsorientiert trainiere, sind meine Bestzeiten nur wenige Jahre alt.

Jetzt kämpfe ich nur noch mit dem Altersleistungsrückgang und mit meinem inneren Schweinehund. Wobei letzterer immer mehr unserer Duelle gewinnt. Irgendwie fehlt der Biss. Die Zeiten bei den Tempoläufen werden immer langsamer und die Regeneration dauert immer länger.

Was tun? Aufhören? Nur noch zum Spaß laufen?

Aber dann ist da auch noch die andere Seite: Momente die man nicht beschreiben kann. Wenn man durch den Wald fliegt und es richtig rund läuft. Die Zufriedenheit nach dem langen Tempolauf oder nach kurzen harten Intervallen. Einfach zu wissen, dass man sein Programm geschafft hat, auch wenn man am nächsten Tag durch den Wald schleicht und alle Muskeln schmerzen. Spüren wie langsam die Form wächst und die langen Läufe immer leichter fallen. Oder wenn man die Früchte des harten Trainings mit guten Platzierungen oder Titeln einfahren kann.

Also doch 1 Jahr besser? Ich weiß es nicht, die Zeit wird es zeigen….

Bericht zum 6h-Lauf

UrkundeEs war eine vollkommen neue Erfahrung.

Ich bin gelaufen, ich bin gegangen, ich stand an der Verpflegungsstation….

Aber letztendlich habe ich es geschafft.

Ich habe meinen ersten 6h-Lauf gefinisht und dazu noch mit dem 2. Platz den „Vizemeister-Titel“ in der AK M55-Wertung der Deutschen Meisterschaft geholt.

Hier gehts zum ausführlichen Bericht und wie es mir so während der 6 Stunden ergangen ist.

Danke für die zahlreichen Glückwünsche auf allen Social-Media-Kanälen! Natürlich freue ich mich auch hier auf viele Kommentare!

6h-Lauf

6h-MünsterWas bringt jemanden dazu 6 Stunden, das sind immerhin 360 Minuten, oder 21.600 Sekunden, auf einer 5 km-Runde im Kreis zu laufen?

Eine gute Frage und genügend Zeit, für fast 1000 Teilnehmer, die am kommenden Samstag im Rahmen des 6h-Laufs in Münster starten, um darüber nachzudenken.

Einer dieser Teilnehmer werde ich sein. Für mich persönlich ist es der nächste Schritt im Ultra-Langlauf, nach bisher vier 50km-Läufen, wo es mir gleichzeitig gelang den jeweiligen Altersklassentitel in der Deutschen Meisterschaft zu holen.

Es wird eine vollkommen neue Erfahrung sein. Zum einen laufe ich nicht gegen eine bestimmte Streckenlänge, sondern gegen die Zeit und zum anderen habe ich mich – erstmals – gar nicht so richtig spezifisch auf diese Art von Wettkampf vorbereitet.

Dabei war es geplant und vom erfahrenen Ultraläufer Tobias Hegmann bekam ich dafür sogar einen Trainingsplan. Aber wie im vorherigen Artikel bereits geschrieben, hatte mich eine Erkältung mit anschließendem Motivationsloch davon abgehalten diesen umzusetzen.

Deshalb wird es spannend werden was am Samstag nach der 10-ten Runde, in der zweiten Rennhälfte passieren wird. Ich weiß es nicht, da ich noch nie weiter als 50 Kilometer gelaufen bin. Mein Ziel für die DM ist zwar klar formuliert, aber was letzten Endes dabei herauskommt wird sich definitiv erst am Samstag um 16 Uhr zeigen…

Danke an alle fürs Daumendrücken, soweit ihr es 6 Stunden lang durchhaltet.

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