Ratespiel

Nachdem die Kommentarfunktion in letzter Zeit doch recht wenig genutzt wird, machen wir doch einfach mal wieder ein kleines Ratespiel. Wie lautet wohl meine Zeit bei dem heutigen Tempolauf über die 18 Kilometer?
Wer am nächsten dran ist bekommt beim nächsten Treffen einen ausgegeben. Ausgenommen sind natürlich meine Traingspartner hier in Andalusien, die mitlesen und natürlich schon bescheid wissen.

Gestern nachmittag führte uns der extensive Lauf erstmals nicht auf die Leuchtturmrunde über Roche. Wir liefen in eine andere Richtung, die 35-er Strecke rückwärts ins Landesinnere. Dabei wollten wir schauen ob der letzte Teil belaufbar war und wir am Dienstag die große Schleife drehen können.
Nach 5,5 km kamen wir auf die Schotterpiste, wo wir zuerst zahlreiche große Pfützen umlaufen mussten. Allerdings wurde der Weg immer besser. Nach 8,5 km drehten meine drei Begleiter um. Ich beschloss die schöne Landschaft noch etwas zu geniesen und lief alleine weiter.
Links und rechts grasten andalusische Stiere, zum Glück durch einen Stacheldraht von mir getrennt. Den stürmischen Wind im Rücken lief ich, bis es anfing zu regnen. Daraufhin drehte ich und kämpfte mich gegen den Wind zurück. Er blies mir so kräftig entgegen, dass ich bis zum nächsten Hügel wieder trocken gefönt war. Den Regen hatte es mittlerweile ins Landesinnere getrieben und nach 22 km war ich zurück im Hotel.

Jetzt kommt gleich der letzte Test vor dem Marathon in zwei Wochen. Der 18 km Tempolauf wird zeigen wo ich stehe. Mit der Belastung der letzten beiden Wochen wird es ein harter Prüfstein werden und ich weiß noch nicht welches Tempo ich durchbringe. Auf jeden Fall werde ich verhalten beginnen und versuchen hinten raus Gas zu geben. Hoffe dass die Stecke passt, denn der Meister hat schon wieder eine neue Variante gefunden. Wir laufen auf einer Wendepunktstrecke, zuerst Richtung Leuchtturm und dann ins Landesinnere. Die Bedingungen sind ideal, etwas bewölkt und fast windstill. Hoffentlich verläuft sich niemand…

Staffellauf

Leider belegten wir beim Staffellauf mit unserem Team den undankbaren letzten Platz. Aber was soll’s, dabei ist alles lautete das Motto.
Ich erweiterte die Distanz jeweils um 100 m und lief so 3 x 2500 m in 8:53-8:53-9:13 min. Beim letzten Intervall war die Luft heraus. Die Bedingungen waren brutal. Eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und Schwüle sowie Windstille liesen den Schweiß in Strömen fliessen. So manchem Teilnehmer wurde nach den ersten schnellen Runden ganz schummerig. Aber wir haben es alle überlebt.
Jetzt heißt es die Wunden lecken bzw. die Achillessehne pflegen und die letzten Tage überstehen…

Staffel

“Fünf Tage keulen, fünf Tage überleben und vier Tage sterben” oder so ähnlich kann man ein 14-tägiges Trainingslager mit der Gruppendynamik auch umschreiben.

Bevor nun ab morgen das Sterben beginnt, hatte ich mir heute früh erstmals eine Auszeit genommen. Der Wecker riß mich zwar aus dem Schlaf, aber nachdem mich meine rechte Achillessehne eindrücklich an die vielen Kilometer der letzten Tage erinnerte, drehte ich mich einfach um und verlängerte die nächtliche Regenerationsphase etwas.
Nach der anschließenden intensiven Pflege meiner körperlichen Schwachstelle, ging es dann zum morgentlichen Carboloading.

Gleich anschließend erfolgte die Einteilung für den Staffellauf, einen der Höhepunkte jedes Trainingslagers. Nachdem Robert wegen seinem Oberschenkel leider wieder pausiert, setzte Peter mich aufgrund des Gesamteindrucks der letzten Tage an die erste Position für die Staffelwahl.

Mal sehen was unsere Staffel Nummer 1, bestehend aus Jutta, Jan und meiner Wenigkeit, gegen die anderen sieben Staffelmannschaften reißen kann, wenn es gleich auf die 3 x 2400 m für jeden der drei Staffelteilnehmer geht.

Die letzten Tage wurden wir vom Wetter verwöhnt. Bei Sonne und Temperaturen um die 20° macht das Laufen Spaß.
Gestern früh bin ich das erstemal in kurz gelaufen und wir konnten nach einem Sprung über den Wasserkanal, endlich auf dem südlichen Strandabschnitt laufen. Heute morgen war ich dann alleine auf diesem Strandabschnitt unterwegs. Robert fühlte sich nicht so und Dani wagte den Sprung nicht über den Wassergraben. Alleine lief ich hart an der Wasserkante bis kurz hinter den ersten Leuchtturm.

Gestern Nachmittag stand der Tempowechsellauf auf dem Programm. Dafür hatte Peter eine neue Tempolaufstrecke gesucht. Nach knapp 4 km lockerem Einlaufen waren wir dort. Wir pendelten auf einem überwiegend flachen 2,5 km langem Stück. Eigentlich sollte jeweils der 2,5 km Abschnitt im MRT gelaufen werden um die nächsten 2,5 km das Tempo um ca. 10 sec/km zu reduzieren. Ich fühlte mich aber gut und lief die 15 km durch. Dabei machte Stefan von hinten so Druck dass ich die letzten 5 km nochmals richtig Gas gab. Heraus kamen dann 58:45 min, ein glatter 3:55-er Schnitt. Mit Ein- und Auslaufen kam ich so auf 23 km, macht genau 104 km in drei Tagen.

Am Abend besuchte uns Tobi, der mit seiner Trainingsgruppe ganz in der Nähe wohnt. War schön ihn mal wieder zu treffen und ein bisschen zu plaudern.

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