Strandlauf

Nach dem langen Lauf wollte ich gestern eigentlich nur ca. 90 min regenerativ am Strand laufen. Nach dem Abstieg vom Hotel, ging es diesmal links ab Richtung Norden. Allerdings war schon nach 2 km nicht mehr an laufen zu denken. Es kam ein ziemlich heftiger Abschnitt mit groben Steinen, wo man schon aufpassen musste, dass man sich nicht die Haxen bricht. Zu allem Unglück herrschte auch noch ansteigende Flut und ich musste oberhalb vom eigentlichen Strand auf knöcheltiefem losem Sand laufen. Nach der folgenden glücklichen, trockenen Umrundung von zwei Felsklippen, war der Weg am Strand dann endgültig versperrt. Ein kleiner mit Steinen gekennzeichneter Pfad führte die Klippen hoch und auf der anderen Seite wieder steil herunter. Aber die Mühe hatte sich gelohnt. Vor mir lag die Costa Calma, ein riesiger breiter Sandstrand, mit festem Untergrund, auf dem das laufen wieder Spaß machte. Der endlose Naturstrand war bis auf ein paar Surfer an der Wasserkante fast menschenleer. Ein vorbeikommender deutscher Tourist empfahl mir an den Dünen entlang zu laufen, da es hier tückische Wasserkanäle gab. Kurz vor dem Hotel Costa Calma, ein riesiger Gebäudekomplex, drehte ich nach 10 km und machte mich gegen den starken Südwestwind auf den Rückweg.
Diesmal kam ich jedoch von meiner Route ab und lief nicht an den Dünen entlang. Plötzlich befand ich mich auf einem rissigen, lehmig-tönernem rötlichem Untergrund. Anfangs noch fest, wurde es immer matschiger. Das Zeug klebte wie Kaugummi an meinen Laufschuhen. Aber es half nichts, da musste ich jetzt durch. Wieder auf festem (Sand)Boden, säuberte ich erstmals meine Schuhe mit einem scharfkantigen Stein. Dann ging es weiter, die Splits wurden wegen dem Wind immer langsamer und der schwierigste Teil stand mir ja noch bevor. Leider verpasste ich den Anstieg zu meinem Landgang über die Klippen und musste diesmal als Bergsteiger die Steilklippen hoch. Dann lief ich auch noch in Gedanken an unserem Hotel vorbei, so dass ich letzten Endes auf knapp 21 km, mit einigen Höhenmetern kam, wie man hier an meiner Route sehen kann. Zum Glück war es gestern bedeckt und die Sonne kam kaum durch die Wolken.
Im Moment dagegen scheint die Sonne wieder und es hat mittlerweile 26 Grad. Nachher steht dann erstmals Tempo auf dem Programm, wird bei den Temperaturen, dem Profil und dem Wind hier sicher recht lustig…

Sommer…

…oder vom aktuellen deutschen Winter mit bitterkalten -14°, in angenehme +20° auf Fuerteventura.

Der Temperaturschock hielt sich in Grenzen, allerdings forderte die durchwachte Nacht mit den 4 ½ Flugstunden und nochmaligen 1 ½ stündigem Transfer ihren Tribut. So blieb es am ersten Tag bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis zu 25° bei einem regenerativen 16-km Lauf am Strand von Esquinto nach Jandia.

Gestern war dann der „Lange“ dran. Allerdings wusste ich nicht wohin ich hier laufen sollte. Am Strand entlang zur Costa Calma war mir zu anstrengend, da sich vom Vortag meine Achillessehnen nach dem Strandlauf schon leicht bemerkbar machten. Also lief ich zuerst die Straße in Richtung Nordosten entlang. Wer allerdings denkt hier ist es flach hat sich getäuscht. Es geht ständig bergauf, bergab. Nach knapp 2 km folgte ich dann intuitiv einer Schotterpiste ins Landesinnere. Die Insel ist hier nur ca. 6 km breit. Vielleicht schaffte ich es hier ja bis zur Westküste. Der Weg wurde immer schlechter und stieg permanent an. Links und rechts nur Steine, ich kam mir vor wie in einer Mondlandschaft. Ab und zu begegneten mir Ziegen. Von was die sich hier ernähren ist mir ein Rätsel. Der Wind vom Meer blies immer stärker und verwirbelte sich in dem Tal. Links und rechts hohe Berge und vor mir plötzlich Rauchschwaden. Mit dem Gedanken was soll denn hier brennen näherte ich mich einem riesigen kreisrunden Loch von einigen Metern Durchmesser und sah in eine Müllkippe in der allerlei Schrott, u.a. eine Badewanne vor sich hinglimmte. Ich folgte der Schotterpiste weiter und stieß kurz darauf auf ein Schild mit dem Hinweis, dass hier ein Naturschutzgebiet beginnt. Nach einem weitern anstrengend km im 6-er Schnitt war Endstation. Ab jetzt wäre bergsteigen durch zerklüftetes Gelände dran gewesen. Also ging es etwas flotter zurück, Allerdings musste man genau aufpassen wo man hintrat, so unwegsam war die Piste. Kurz darauf blies mir der Wind die Mütze vom Kopf und ich musste ihr ein ganzes Stück hinterher sprinten.

Endlich wieder auf der Straße lief ich etwas flotter mit kräftigem Rückenwind vorbei an einigen freilaufenden Eseln am Wegesrand. Zwischen den Steinen sah ich jetzt auch erstmals die kleinen Streifenhörnchen herumspringen. Der Himmel war nun vollständig bedeckt und ich nahm die Mütze in die eine Hand, in der anderen meine Getränkeflasche. Auf der neu ausgebauten Straße fuhr kaum ein Auto. Die Straße führte parallel zur wenig befahrenen Autobahn an der Küste entlang. Nach 16 km wendete ich und lief zurück Richtung Hotel. Gegen den Wind war es jetzt doppelt so schwer. Jetzt fing es auch noch leicht an zu tröpfeln, aber der Wind war für richtigen Regen zu stark. Am Hotel angekommen fehlten mir durch meinen Ausflug ins Landesinnere noch 8 km, also lief ich weiter gegen den Wind Richtung Jandia. Dabei war endlich mal ein ca. 1 km langer flacher Abschnitt, auf dem ich evtl. meine Tempoläufe absolvieren kann. Nachdem ich zum wiederholten Male in eine Sackgasse, oder besser gesagt in eine Zufahrt der zahlreichen Hotels gelaufen war, drehte ich und lief zurück. Am Ende hatte ich 33 km auf dem Garmin.
Danke nochmal an Tobi für den schnellen Umtauschservice für meine defekte 310XT, ohne GPS wäre ich hier echt aufgeschmissen.

Heute morgen hat es hier geregnet, aber mittlerweile hat der Himmel aufgerissen und es herrscht ideales Laufwetter…
Grüße an alle im kalten Deutschland 😉

Winter

Die Tage werden immer kürzer und jetzt kommt auch noch die Kälte dazu. Sind zwar nur wenige Grade unter dem Gefrierpunkt, aber durch den kalten Ostwind fühlt es sich viel kälter an. Mittlerweile habe ich die letzten zwei Wochen den Kilometerumfang wieder einigermaßen nach oben gefahren. Der erste 30-er am Sonntag zusammen mit Uwe lief trotz Schnee und crossigem Geläuf mit etlichen Höhenmetern ganz gut, obwohl wir am Ende im Schneegestöber beide ganz schön bedient waren.
Am erfreulichsten ist aber meine Gewichtsabnahme von immerhin drei Kilogramm. Das macht sich beim Laufen kräftemäßig zwar bemerkbar, aber bis zum nächsten Hauptwettkampf werde ich das sicherlich kompensieren. Das Problem besteht nur darin, dass man bei der Kälte, mit so wenig auf den Rippen noch mehr friert. Aber nicht mehr lange, dann geht es ab in den Süden…

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