Ausgerechnet den heißesten Tag unseres bisherigen Fuerte-Urlaub musste ich mir für meinen langen Lauf heraussuchen. Das Thermometer an der Strandpromenade von Morro Jable zeigte 28 Grad als ich nach knapp 7 Kilometern vorbeijoggte. Zum Glück hatte ich zwei Getränkeflaschen dabei. Die eine deponierte ich dann – nach einem kräftigen Schluck – bei km 10 hinter dem kleinen Hafenstädtchen. Die andere nahm ich mit auf meinem weiteren Weg in Richtung Cofete. Die asphaltierte Straße endete genau am Friedhof, der ca. 3 km außerhalb von Morro Jable lag. Ab hier ging es über in eine festgefahrene Schotterpiste, auf der es durch zahlreiche Unebenheiten sehr unangenehm zu laufen war. Der Weg führte im wesentlichen in Schlangenlinien am Meer entlang. Wenigstens ab und zu kühlte ein laues Lüftchen, ansonsten schmolz ich in der prallen Sonne, ohne auch nur den winzigsten Schatten regelrecht vor mich hin.
Links und rechts nur eine kraterartige karge Mondlandschaft, mit beeindruckenden Bergen Richtung Landesinnere. Ab und zu brettere ein Geländewagen vorbei, ansonsten war ich mit mir alleine. Die traumhafte Küste, die hier unter Naturschutz steht lag auf der linken Seite. Kurz nachdem mir drei deutsche Mountainbiker entgegen kamen, hatte ich km 17,5 erreicht und wendete. Jetzt spulte ich die km-Splits deutlich schneller ab, da ich die ganze Zeit überwiegend bergauf gelaufen war. Meine Wasserration ging zur Neige und ich sehnte die Stelle herbei wo ich die andere Flasche unter einem Stein versteckt hatte. Als ich endlich dort war stoppte ich einen Moment um gierig zu trinken. Jetzt war es nicht mehr weit bis Morro Jable, wo ich dann im Schatten einer Palme eine kurze Rast einlegte.
Hier trank ich dann den Rest meiner Ration und machte mich auf die letzten 8 Kilometer. Die Sportbahn an Jandia vorbei lief es noch ganz gut, aber an deren Ende kaufte ich mir an einem Kiosk eine eiskalte Flasche Wasser und setzte mich erneut in den Schatten um sie zu leeren. Die restlichen vier Kilometer zogen sich dann teils bergauf noch etwas in die Länge und ich war froh nach 3 Stunden Laufzeit wieder im Hotel anzukommen. Weiß im Moment gar nicht wie viel Liter ich dort in mich geschüttet habe, aber der Wasserverlust bei den Temperaturen war schon enorm.
Archiv für den Tag 26. Dezember 2009
Felis Nevidad
So hatte ich Weihnachten bisher auch noch nicht erlebt. Keine Hektik und kein Stress, angenehme 22 Grad und man brauchte sich in unserem 4 Sterne Hotel wirklich um nichts zu kümmern.
Da blieb am 24-ten sogar noch genügend Zeit für eine kleine Tempoeinheit. Nach lockeren 4 km Einlaufen stand ich an der Sportbahn, wie sie hier in Jandia genannt wird. Die 5 x 2000 m in 7:52 min mit jeweils 1000 m Trabpause liefen dann doch eher zäh. Der starke Gegenwind kostete doch einige Körner und nach den vielen Kilometern der letzten Wochen, waren die Beine auch nicht gerade locker. Mit dem Wind lief es jedoch problemlos, allerdings floss hier der Schweiß. Von einer älteren Frau durfte ich mir auch gleich mein erstes Weihnachtsgeschenk in Form eines Kompliments abholen. Sie meinte nämlich ich würde gut laufen, mit den anderen hätte sie richtig Mitleid, weil die sich so abquälten.
Gestern lief ich dann mit der Digicam Richtung Morro Jable. Dort angekommen suchte ich durch die kleinen Gassen des Hafenstädtchens den Weg nach Cofete. Nachdem ich ein paarmal in eine Sackgasse geraten war fand ich ihn auch und lief noch ein Stück in diese Richtung. Die Strecke schaut gar nicht so schlecht aus, zumindest ist sie nicht so hügelig und man läuft zuerst gegen den Wind.
Auf dem Rückweg machte ich noch Bekanntschaft mit einer Läuferin, die auf der 2,5 km langen Sportbahn in etwa mein Tempo lief. Wir unterhielten uns ganz nett, wobei die Sache ziemlich einseitig war. Sie entschuldigte sich dafür, da sie bei dem Tempo nicht so viel sprechen konnte. Bei 4:41/km mit dem Wind im Rücken, akzeptierte ich dies natürlich.
Für heute habe ich mich entschlossen den langen Lauf in Richtung Cofete zu unternehmen. Die ersten 10 km kenne ich ja jetzt schon und die nächsten sieben bis zum Wendepunkt lass ich mich einfach mal überraschen. Dank Tobi finde ich auch sicher wieder zurück ins Hotel 😉
Im Moment herrscht fast Windstille und der Himmel ist strahlend blau. Hoffentlich wird es nicht zu heiß, denn für die nächsten Tage ist Sonne pur angesagt.