Jahresrückblick

2016lanzaroteMit dem Ende des kalendarischen Jahres 2016 ist auch die aktuelle Laufsaison schon lange vorbei.

Das Aufbautraining für 2017 läuft bereits und wird langsam wieder angezogen. Höchste Zeit für einen kurzen Rückblick auf das zurückliegende Laufjahr.

November: Der November 2015 begann mit der Regeneration nach dem Frankfurt Marathon. Leider erwischte mich ein fiebriger Infekt, der mich fast 2 Wochen lahm legte. Die letzte Woche des Monats konnte ich wieder langsam einsteigen. Zweimalige wöchentliche Athletk-Einheiten zum gewohnt ruhigen Laufprogramm in der Winterregenerationszeit rundeten das Training ab.

Dezember: Der Umfang wurde langsam gesteigert. Mitte des Monats ging es zum wohlverdienten Familienurlaub nach Lanzarote. Eine Nagelbettentzündung am rechten großen Zeh setzte mich 3 Tage außer Gefecht. Anscheinend hatte ich von der vorherigen Strandwanderung noch Sand in den Socken. Eine Woche später lief ich mir dann erstmals einen blauen Zehennagel an der linken großen Zehe. Irgendwie hatte ich den Schuh nicht richtig geschnürt und rutschte anscheinend beim Laufen hin und her und stieß mit dem Zeh vorne an. Das war eine schmerzhafte Angelegenheit die mich zu einem weiteren ungeplanten Ruhetag zwang. Zum Monatsende beteiligte ich mich am Silvesterlauf in Puerto del Carmen. Nach meiner Uhr lief ich die 5 km in 18:57 min. Leider habe ich bis heute noch keine Ergebnisliste gefunden. Dafür gewann ich in der anschließenden Tombola ein Paar ASICS-Kompressionstrümpfe 😉 Läuferisch war ich wieder bei der Maximaldistanz von 40 km angekommen.

Januar: Mittlerweile wieder zuhause wurde das Tempo spürbar angezogen. Am Montag den 11.01. startete ich mit dem Jokerplan für die 50 km-DM in Berlin. Mittwochs lief ich teilweise morgens nüchtern um abends in der Halle mit den Laufkollegen/innen vom LAZ das Athletiktraining zu absolvieren. Die langen Läufe mit Endbeschleunigung liefen ganz gut. Allerdings zwickte die linke Wade, was mich zu einem weiteren Ruhetag zwang. Es wurde eine Erholungswoche, denn nur langsam konnte ich den Umfang steigern.

Februar: Guter Monat, mit hohem Laufumfang. In der zweiten Woche schob ich bereits eine zweite Trainingseinheit mit lockeren Nüchternläufen ein. Ab dem 13.02. begann das obligatorische Trainingslager im sonnigen Andalusien in Conil. Die zweite Einheit – der 10-er ohne Uhr – lief ich in 39:05 min, obwohl es sich für mich irgendwie deutlich schneller angefühlt hatte. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass ein ziemlich starker Wind herrschte. Ansonsten kam ich gut durch und konnte jede Trainingseinheit mitmachen. Bei dem letzten langen Lauf wollte ich eigentlich nach 25 km aussteigen, aber mangels einer Rückfahrgelegenheit musste ich doch über die volle Distanz von 35 km bei einem brutalem Gegenwind auf den letzten 20 Kilometern. Zurück im Hotel, gab es dann noch ein schönes Unwetter mit Starkregen.

März: Ab jetzt war nur noch Erholung angesagt. Die Form war da, nur die Zeit – mit gerade einmal 7 Tagen – bis zum Wettkampf war etwas zu knapp. Kurzfristig wurde dann in Berlin auch noch die Strecke geändert, was aber keinen Einfluss auf mein Ergebnis hatte. In einem spannenden Rennen konnte ich mich knapp gegen meinen Freund Wolfgang Rühlemann behaupten. Ich wurde hintenraus immer langsamer, während er ein konstantes Tempo lief. Nachdem ich lange in Führung lag war er bei km 43 plötzlich neben mir. Ich hatte zuerst Mühe an ihm dranzubleiben, konnte ihn dann aber auf den letzten Kilometern distanzieren. Er lief nur wenige Sekunden nach mir ein. Mit 3:32:04 h für die 50 km war ich nicht zufrieden, aber irgendwie ging an dem Tag einfach nicht mehr. Das wichtigste war der Deutsche Meistertitel in der Altersklasse und den hatte ich mir zum mittlerweile vierten Mal geholt. Die ersten Tage nach dem Rennen lief ich ganz locker. Aber am Wochenende erwischt mich ein Infekt, der mich fast 2 Wochen niederstreckte. So etwas hatte ich auch schon lange nicht mehr. Mein Arzt diagnostizierte eine Influenza und ich befand mich in der Zeit überwiegend in der Horizontalen. Erst Ende des Monats begann ich ganz langsam mit dem Wiedereinstieg.

April: Mit einem Aufbauplan versuchte ich langsam wieder in ein regelmäßiges Lauftraining zu kommen. Die gute Form war wie weggeblasen und ich fing praktisch bei 0 an. Außerdem war mein Körper irgendwie durch den Infekt geschwächt, was die Sache nicht leichter machte.

Mai: Am 08. Mai stand ich dann endlich wieder an der Startlinie. Der Römerlauf in Obernburg diente zur aktuellen Standortbestimmung. Das Ergebnis war miserabel. Mit 40:45 min bei warmen Temperaturen auf der sicherlich nicht schnellen Strecke erlebte ich mein kleines Waterloo. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen meine Laufkarriere zu beenden, wenn ich es nicht mehr unter die 40 min Grenze schaffe… Aber irgendwie packte mich doch der Ehrgeiz ob ich nochmals an meine frühere Leistungen herankommen würde. So begann ich mit der Vorbereitung für den Aschaffenburger HVB-Citylauf.

Juni: In einem gut eingeteilten Rennen lief ich in Aschaffenburg mit 28:22 min für die 7,9 km auf das Podest. Und dies will schließlich schon was heißen, weil dort wirklich die stärkste Konkurrenz in der Altersklasse am Start ist. Mit Platz 3 und damit 26 Sekunden langsamer als im Vorjahr, konnte ich zufrieden sein. Ende des Monats startete ich dann bei einem schnellen Zehner in Niedernberg. Dort lief ich mit 38:03 min meine schnellste 10-er Zeit in diesem Jahr.


Juli:
Anfangs des Monats starteten wir vom LAZ bei den Bezirksmeisterschaften über 10 km in Marktheidenfeld. Dort konnte ich mit 38:18 min den Titel in der Altersklasse holen. Außerdem liefen wir zusammen mit Robert Schuch und Manuel Künzig auf den 2. Gesamtplatz und zusammen mit Siegmar Ullrich in der AK M50/55 auf den 1.Platz in der Mannschaftswertung. Irgendwie war ich mit meiner 10-er Jahresbestzeit einfach nicht zufrieden und startet die darauffolgende Woche in Nußloch bei einem flachen Zehner. Leider war dies ein Hitzelauf und ein richtig gutes Ergebnis nicht möglich. Mit 39:16 min lief ich auf den 3. Gesamtplatz und gewann damit souverän die Altersklasse. Kurz vor der Sommerregeneration ging ich in Aschaffenburg nochmal auf die Bahn, wo ich über die 5.000 m in glatten 19:00 min, den Bezirks- und Kreismeistertitel in der AK M55 holte.

August: Endlich die verdiente Sommerregeneration. Neben ruhigen Läufen ging ich erstmals in ein Fitness-Studio. Mit einem 4-wöchigen Probe-Abo von Kieser-Training absolvierte ich wöchentlich bis zu 3 zusätzliche Krafteinheiten an diversen Maschinen. Eine vollkommene neue Erfahrung, aber leider nicht dauerhaft neben einem leistungsorientiertem Lauftraining machbar. Am 09.08. war ich dann zu einer sportmedizinischen Untersuchung mit Leistungsdiagnostik am Olympiastützpunkt in Heidelberg. Dort bekam ich das medizinische OK für mein weiteres Lauftraining.

September: Die Umfänge werden wieder erhöht. Der Lauftag in Elsenfeld zeigt was ich momentan über die Halbmarathondistanz drauf habe. Geplant hatte ich einen 4-er Schnitt, aber mehr als eine 1:25:45 h war bei den warmen Bedingungen an diesem Tag nicht möglich. Gleichzeitig war diese Woche der Start für die direkte Vorbereitung für mein Herbst-Highlight, den Frankfurt-Marathon. Dies bedeutete, neben dem normalen Laufprogramm, zusätzliche morgendliche Nüchternläufe womit ich die beiden letzten Septemberwochen knapp an die 200 Wochenkilometer komme.

Oktober: Der ultimative Formtest fällt beim City-Halbmarathon in Aschaffenburg mit 1:22:46 h zufriedenstellend aus. Nach dieser Erholungswoche geht es in die finale Vorbereitung für den Frankfurt-Marathon. Zwei umfangreichen Wochen mit über 200 Wkm, folgt die Taperingphase. Ein tolles Wochenende in Frankfurt, wobei ich mit 2:52:35 h den 6. Platz in meiner Altersklasse bei der Marathon-DM erreichte, endete mit einer schönen Abschlußfeier zusammen mit der großen ASICS FrontRunner Community.

Ein Jahr geht zu Ende. Mit fortschreitendem Alter wird mir immer bewusster, dass es für mich nicht mehr um persönliche Bestzeiten gehen kann. Das wichtigste ist die Gesundheit, und damit hatte ich – bis auf zwei Infekte – in diesem Laufjahr Glück. Trotz vieler Kilometer und hoher Laufumfänge bin ich nach wie vor orthopädisch stabil und auch mein Herz-Kreislaufsystem lässt mich nicht im Stich. Hoffen wir, dass dies auch in 2017 so bleibt. Dabei gibt es viel zu tun, denn ohne zusätzliche Maßnahmen wie Stabilistaionstraining und vernünftiger Ernährung lässt sich so ein Weg wie ich ihn gehe nicht bewältigen. In diesem Sinne: „Keep on running“

Jahresrückblick 2014

CIMG4843Langsam verlieren die Bäume ihre Blätter, die Tage werden immer kürzer. Zeit für einen kurzen Rückblick auf das zurückliegende Trainingsjahr. Eigentlich war es für mich gar keine richtige Saison, denn eine hartnäckige Entzündung des zweiten Zehengrundgelenks bremste mich fast das ganze Jahr aus.
Aber der Reihe nach:

November: Nach dem Saisonhöhepunkt 2013 mit dem AK-Titel bei den Deutschen 50 km Meisterschaften in Bottrop war für den Rest des Monats nur noch Regeneration angesagt. Hinzu kam zweimal wöchentliches Athletik- und Stabilisationstraining. An den Wochenenden absolvierte ich mit einer kleinen, aber feinen Lauftreffgruppe einen längeren Lauf wobei der Leistungsschwächste das Tempo bestimmte.

Dezember: Der Umfang wurde langsam und kontinuierlich wieder hochgefahren. Alles noch im ruhigen Tempo, Kilometersammeln war angesagt. Kurz vor Weihnachten ging es zum wohlverdienten Familienurlaub nach Lanzarote, wo mit intensiven Dauerläufen und Tempowechsel langsam wieder schnellere Einheiten dazu kamen. In der letzten Woche des alten Jahres kam ich bei sommerlichen Temperaturen mit „40 km“ wieder bei meiner Maximaldistanz an.

Januar: Die ersten Tage des neuen Jahres durfte ich noch im Süden genießen. Wieder zuhause wurde das Tempo spürbar angezogen und ich entschloss mich zu einer konsequenten Ernährungsumstellung. Eine Stellschraube an der ich bisher noch nicht gedreht hatte. Nach reichlicher Lektüre reduzierte ich ab dem 20.01. die Kohlenhydrate und ernährte mich Ketogen. Sechs Tage später erfahre ich die erste Rückmeldung, denn auf der Kurzstrecke über 2,8 km der Kreiscross-Meisterschaft bekam ich irgendwie die Beine nicht richtig hoch. Auf der anschließenden Langstrecke lief es deutlich besser, aber leider wurde dieser Lauf nach 4 Runden abgebrochen da ein Läufer kollabierte. Zu diesem Zeitpunkt lag ich aussichtsreich auf dem zweiten Platz und fühlte mich noch gut. Aber das wichtigste war, dass dem Läufer schnell geholfen werden konnte und es ihm heute wieder gut geht.

Februar: Der Monat beginnt mit Halsschmerzen woraus sich ein grippaler Infekt entwickelt und mich zu einer zweiwöchigen Laufpause zwingt. Ernährungstechnisch befinde ich mich mittlerweile stabil in Ketose wie meine Blutwerte zeigen. Am 15.02. geht es fast übergangslos ins warme Andalusien. Im zweiwöchigen Greif-Trainingslager bekomme ich besonders bei den schnellen Sachen erbarmungslos meine Grenzen aufgezeigt. Die extensiven und besonders die „Langen“ laufen dafür sehr gut. Auch das Wetter spielt dieses Jahr erfreulicherweise mit und die Stimmung in der Truppe ist hervorragend. Nach zwei Wochen mit 455 Trainingskilometern geht es am 01.03. gesund aber ziemlich platt nach Hause.

März: Nach einer ruhigeren Woche stand mit dem ASICS Frontrunner Treffen in Neuss das erste Jahres-Highlight an. Alte Freundschaften wurden aufgefrischt neue geknüpft, schön war es – wie immer – in unserer großen Patchwork-Family. Am Folgetag ging es nach Leverkusen zum „Lauf um das Bayerkreuz“. Schnelle Strecke, aber leider zu kurz nach dem Trainingslager. Mit 37:11 min konnte ich dort meine Jahresbestleistung über 10 km aufstellen. Danach ging es wie im Trainingslager mit zwei täglichen Trainingseinheiten weiter in der finalen Vorbereitung für die 50km-DM in Grünheide-Kienbaum. Am 29.03. war es dann endlich soweit, in einem hinten raus ziemlich harten Rennen, konnte ich meinen AK-Titel verteidigen und holte damit zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft an den Untermain nach Mömlingen.

April: Nach dem großen Erfolg konnte ich den Rest der Saison eigentlich nur abhaken. Ich könnte mir zwei Erholungswochen und startete dann über 10 km in Griesheim. Dort nahm das Unheil seinen Lauf. Schon während des Rennens schmerzte mein linker Fußballen, auslaufen war kaum noch möglich. Tags darauf hatte ich gleich einen Termin beim Orthopäden und wurde geröntgt um einen Ermüdungsbruch auszuschließen. Nach einer Woche Laufpause zog ich eine Bekannte beim Osterlauf in Rheinzabern erstmals unter 40 min. Ihre Freude war dementsprechend groß, mein Fuß dagegen tat wieder richtig weh. Nach einer weiteren Woche absoluter Laufpause bekam ich einen kurzfristigen MRT-Termin, wo ein Ermüdungsbruch definitiv ausgeschlossen und eine starke Entzündung des zweiten Zehengrundgelenks und des Sehnenansatzes diagnostiziert wurde. Anstelle Laufen fuhr ich nun mit dem MTB um die Form irgendwie zu konservieren. Nach einem weiteren Besuch beim Orthopäden bekam ich Traumeel S gespritzt und versuchte langsam wieder auf die Beine zu kommen.

Mai: Dies gelang auch fast schmerzfrei. So begann ich mit der Vorbereitung für die Bayerische Halbmarathon Meisterschaft in Schweinfurt, um dort meine Mannschaftskollegen vom LAZ zu unterstützen. Eine Woche vorher begleitete ich nochmals meine Bekannte bei einem Halbmarathon in St.Leon Rot und führte sie dort zum Gesamtsieg. Der Halbmarathon in Schweinfurt wurde zu einem kleinen Fiasko, da mich Magen-Darmprobleme zu zwei ungewollten Stopps zwangen. Eigentlich war ich zu diesem Zeitpunkt schon aus dem Rennen, bin dann aber nur wegen der Mannschaftswertung weitergelaufen. Der Lohn dafür war – mit einer grottenschlechten Zeit – der zweite Platz in der Mannschaftswertung, sowie in der Bezirkswertung der 1. Platz im AK-Einzel und mit der AK-Mannschaft. Eine Woche darauf lief ich beim Aschaffenburger HVB-Citylauf in einem taktisch gut eingeteilten Rennen nur ganz knapp am AK-Podest vorbei. Danach war es aber wieder vorbei. Die Schmerzen im Fuß waren zu groß und eine 3-wöchige Laufpause folgte.

Juni: Nachdem die Verletzung einfach nicht abheilen wollte, lies ich mir Anfangs des Monats eine Cortison-Spritze geben. Nach einer weiteren Pause war ich endlich schmerzfrei und begann erneut vorsichtig mit dem Lauftraining. Nach 3 Wochen kehrten die Schmerzen zurück, insbesondere nach dem Tempotraining da hier der Vorfuß stärker belastet wurde. Ende des Monats hatte ich die Ehre und durfte als Stadionsprecher die Siegerehrungen bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften vornehmen. Eine ganz neue Erfahrung, aber viel lieber wäre ich dort selbst gestartet.

Juli: Normalerweise der Monat der Sommerregeneration und ich versuchte zum wiederholtenmal den Anschluss zu finden. Dies ging so bis Ende des Monats, als mein Fuß nach einem flotten Langen Lauf zusammen mit Klaus Stübinger endgültig streikte. Ein Besuch bei dem Spezialisten Dr. Jens Enneper in Köln brachte keine neue Erkenntnisse. Auch die empfohlene ACP-Therapie sowie die später verordneten Stoßwellen führten zu keiner wesentlichen Verbesserung. Einzig der Physiotherpeut, bei dem ich seitdem in Behandlung bin konnte mir helfen.

August: Komplette Laufpause, dafür Alternativtraining mit dem MTB und Rennrad.

September: Nach knapp 700 Radkilometern und 56 Tagen absoluter Laufpause, wagte ich in der letzten Woche des Monats ganz vorsichtig die ersten Laufschritte. Komisches Gefühl wenn man nach wenigen lockeren Kilometern am nächsten Tag Muskelkater verspürt.

Oktober: Mit einem speziellen Aufbauplan versuchte ich langsam wieder Tritt zu fassen. Der Umfang wurde kontinuierlich gesteigert und gleichzeitig erhielt ich weiterhin zweimal wöchentliche Unterstützung durch meinen Physio. Leider reichte es nicht mehr für den Frankfurt-Marathon und etwas unvernünftiges wollte ich nicht riskieren. Es war trotzdem ein tolles Wochenende in Frankfurt mit der großen ASICS Frontrunner Community auch wenn während des Rennens mein Herz blutete.

November: Vom Aufbauplan direkt in die Winterregeneration. Obwohl es eigentlich schon wieder ganz gut lief, verzichtete ich nach intensiver Diskussion mit meinem Trainer Peter Greif auf einen weiteren Aufbau mit schnellen Einheiten. Dagegen wurde abgesprochen den Laufumfang weiter zu erhöhen und dafür lieber ohne spezielles Tempotraining ab und zu einen Wettkampf einzustreuen.

Ein Seuchenjahr geht zu Ende. Mein Vorhaben einen 4er Schnitt über 10 km zu laufen konnte ich im Rahmen des ersten Laufes der Jügesheimer Winterlaufserie bereits umsetzen. Gewichtsmäßig sieht es Dank der ketogenen Ernährung recht gut aus. Mit dem anstehenden Jahreswechsel rücke ich in eine neue Altersklasse auf. Natürlich hoffe ich – und bin darin auch recht zuversichtlich – wieder an mein ehemaliges Leistungsniveau heranzukommen. Die ersten Pläne für die neue Saison sind bereits geschmiedet. Also lasst euch überraschen was die neue Saison bringt. Danke fürs lesen, ich halte euch hier auf dem laufenden.

Jahresrückblick 2013

Bildquelle: Peter Greif

Bildquelle: Peter Greif


„Es eilt die Zeit im Sauseschritt“

…schrieb einst Wilhelm Busch.

Mir kommt es vor je älter man wird desto schneller rauscht sie an einem vorbei. Deshalb nehme ich mir hier etwas Zeit für einen kurzen Rückblick auf das zurückliegende Jahr:

November: Wie immer beginnt das Trainingsjahr im November. Die Regeneration war nach zwei Marathonläufen in der Herbstsaison 2012 dringend nötig. Ebenso wie das Athletik- und Stabilisationstraining in dieser Zeit, welches anfangs heftigen Muskelkater verursachte. Aber es ging von Woche zu Woche besser und zusammen mit der Lauftreffgruppe machte die Sache richtig Spaß. Eine Schleimbeutelentzündung in der linken Schulter setzte mich kurzfristig außer Gefecht, aber nach einer schmerzstillenden Spritze war das Problem weitestgehend behoben.

Dezember: Es ging wieder los, Athletik- und Stabi wurden reduziert, der Laufumfang kontinuierlich gesteigert. Intensive Dauerläufe und Tempowechsel führten langsam an die Belastungen der gewohnten Tempoläufe. Kurz vor Weihnachten wird mit 40 km auch wieder die maximal Distanz der „Langen“ erreicht. Eine Leistungsdiagnostik am Olympiastützpunkt Heidelberg zeigt den aktuellen Trainingszustand. Der kardiologische Check gibt grünes Licht für die neue Saison. Den Weihnachtsurlaub verbringe ich mit Familie im 3200 Flug-Kilometer südlicherem Lanzarote bei idealen Laufbedingungen, während zuhause frühlingshafte Temperaturen herrschen.

Januar: Der erste Tag des neuen Jahres beginnt mit einem Ruhetag, da ich es nach der Heimreise von Lanzarote und der damit verbundenen Klimaumstellung einfach nicht mehr in die Laufschuhe schaffe. Zwei Wochen später zwingt mich ein grippaler Infekt zu einer neuntägigen Laufpause. Bei Schnee und Kälte geht es dann wieder zurück auf Los.

Februar: Entsprechend unbefriedigend fällt der erste Wettkampf des Jahres, bei den Unterfränkischen Crosslaufmeisterschaften in Gambach mit AK-Platz 2 aus. Zwei Trainingsintensive Wochen später, geht es endlich ins warme Andalusien. Allerdings wurde unsere Trainingsgruppe im dortigen Greif-Trainingslager nicht von der Sonne verwöhnt. Wind und Regen waren – öfter als uns lieb war – der tägliche Trainingsbegleiter. Erstmals mussten wir sogar eine Tempoeinheit aufgrund eines Gewitters mit Starkregen und Sturmböen abbrechen. Mit 464 gelaufenen Kilometern in zwei Wochen ging, es nahtlos über in die direkte Vorbereitung für den Hamburg Marathon.

März: Im gewohnten Trainingsrhythmus von zwei täglichen Einheiten ging es weiter. Mit 222 Wkm stellte ich in der ersten Woche einen neuen persönlichen Kilometerrekord für zuhause auf. Nebenbei ging ich natürlich auch noch arbeiten um das Geld für die Brötchen zu verdienen. Nach weiteren 181 Wkm, teilweise im Schneetreiben ging es in eine wohlverdiente Erholungswoche an deren Ende bei Eiseskälte der Testwettkampf mit dem HM in Ramsthal stand. Das Ergebnis auf der anspruchsvollen Runde war allerdings eher bescheiden, da mir der Wind und die Kälte hinten raus regelrecht den Saft aus dem Körper saugte. Trotzdem reichte es zum 2.Platz in der UFR-Meisterwertung und dem Sieg in der UFR-AK Wertung. Die letzte Woche im März war wieder geprägt vom hohen Laufumfang.

April: Die langen Läufe liefen perfekt, die Endbeschleunigung konnte ich in bisher nie erreichten Zeiten umsetzen. In Hamburg brachte ich dies dann auch auf die Straße und scheiterte wegen einer unfreiwilligen Pinkelpause nur denkbar knapp an meinem Zeitziel. Trotzdem, phänomenale neue Bestzeit in einem fast perfekten Rennen vor unglaublicher Kulisse. Läuferherz was willst du mehr? Die anschließende zweiwöchige Regeneration war mehr als verdient.

Mai: Der Mai begann mit dem Aschaffenburger HVB-Citylauf, mit dem ich wohl nie Freundschaft schließen werde. Viel zu schnell angegangen brach ich während des Rennens so erbärmlich ein, dass ich es als erklärter Mitfavorit nicht einmal aufs AK-Treppchen schaffte. Eine herbe Enttäuschung! Eine gute Woche später beim Obernburger Römerlauf konnte ich mich wenigstens etwas rehabilitieren und bei schlechten Bedingungen mit Ansage knapp unter 37 min bleiben. Nach einer intensiven Woche, hieß es schon wieder rausnehmen, da mit der Senioren-EM im tschechischen Upice das zweite Frühjahrs-Highlight anstand. In einem knallharten Ausscheidungsrennen der AK M50 zog ich leider den kürzeren und verpasste mit 16 Sekunden einen Platz in der Mannschaft und damit die EM-Goldmedaille. Auf flacher Strecke hätte das Ergebnis sicher zu einer neuen Halbmarathon-Bestzeit gereicht.

Juni: Wie im Vorjahr startete ich auf Einladung von ASICS in Neuss beim Sommernachtslauf. Ein schönes Treffen mit den ASICS Frontrunnern sowie den Stars wie Sören Kah, Falk Cierpinski und Jacob Kendagor. Im Rennen konnte ich die ersten Kilometer für Andrea Diethers die Pace machen, ab der Hälfte war dann allerdings die Luft ziemlich raus. Die Saison war einfach zu lange und es war Zeit für die verdiente Sommerregeneration.

Juli: Obwohl eigentlich die Form ziemlich weg war startete ich Anfang des Monats bei den UFR-Meisterschaften in Bad Brückenau. In einem Hitzerennen auf welligem Parcour konnte ich sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel den AK-Bezirkstitel holen. Danach ging es dann endlich in die Regeneration welche von ruhigen entspannten Läufe und verstärktem Athletiktraining geprägt war. In der letzten Woche des Monats, als es gerade wieder langsam los gehen sollte, legte mich ein bakterieller Infekt für sechs Tage flach.

August: Irgendwie kam ich dann nicht auf Touren. Die Tempoläufe fielen unheimlich schwer. Wahrscheinlich war ich zu schnell durchgestartet und deshalb nahm ich total platt, in der dritten Woche des Monats etwas heraus. Zuvor hatte ich sogar einen Tempolauf abgebrochen, was bei mir relativ selten vorkommt. Ende des Monats ging es zur Belohnung für den EM-Titel des Vorjahres auf Einladung des DLV nach Berlin zur ISTAF. Ein unvergessliches Erlebnis. Läuferisch war ich während dieser drei Tage überwiegend im Berliner Grunewald unterwegs.

September:
Mit kleinen Schritten ging es wieder aufwärts. Obwohl mich mein rechter Fuß mit unerklärlichen Schmerzen etwas ausbremste, startete ich in Elsenfeld beim Halbmarathon. Das Ergebnis war besser als erwartet und eine Woche später in Kemmern beim Kuckuckslauf holte ich mir weitere Wettkampfhärte. Danach ging es in die direkte Vorbereitung zur 50km-DM. Diese war geprägt von hohem Umfang mit zwei täglichen Trainingseinheiten und einem stressigen Arbeitstag dazwischen. Keine Ahnung wie ich das alles auf die Reihe gekriegt habe, aber ich kam gut durch.

Oktober: Mitte des Monats der obligatorische Testwettkampf aus dem vollen Training heraus. Lediglich zwei Tage vorher nahm ich etwas raus. Das Ergebnis war zufriedenstellend, obwohl ich mir aufgrund der vielen Kilometer hinten raus sehr schwer tat. Zwei Wochen später dann anstelle des letzten langen Laufes, ein Trainingsmarathon in Frankfurt. Konstant lief ich mein Tempo durch und finishte in der anvisierten Zielzeit. Damit wäre terminlich eigentlich das Trainingsjahr gelaufen, wenn nicht noch mein Hauptwettkampf am 10. November gewesen wäre.

November: Nach Frankfurt war nur noch Erholung und Tapering angesagt. Und so stand ich dann auch perfekt vorbereitet und ausgeruht an der Startlinie in Bottrop. Es lief auch alles fast optimal, obwohl es hinten raus richtig hart wurde. Aber ich konnte meine Vorgabe mit dem Deutschen Meistertitel in der Altersklasse umsetzen. Ein krönender Abschluss einer grandiosen Saison. Als Sahnehäubchen dann noch die Sportlerwahl, wo ich den zweiten Platz erreichte.

Derzeit bin ich noch in der wohlverdienten Winter-Regeneration, aber es werden schon wieder Pläne geschmiedet. Allerdings wird es immer schwerer das Erreichte zu toppen. Wird wohl Zeit, dass ich langsam in eine neue Altersklasse komme 😉 Aber das dauert bekanntlich noch ein Jahr und so werde ich mich wohl oder übel mit ein paar Jüngeren um die Platzierung streiten müssen…

Jahresrückblick 2012

Ein weiteres Laufjahr ist Geschichte, Zeit für einen kurzen Rückblick:

November: Der Regenerationsmonat, d.h. der Laufumfang wird erheblich zurückgefahren, Tempoläufe sind tabu. Gleichzeitig wird alternativ verstärktes Athletik- und Stabilisationstraining eingebaut. Im letzten Jahr versuchte ich zusätzlich mit den Leguanos meine Fußmuskulatur zu stärken.

Dezember: Langsam wird der Umfang wieder gesteigert, so das bis Ende des Monats die maximale Distanz der langen Läufe erreicht wird. Die schnelleren Einheiten – überwiegend als Tempowechsellauf – sind noch relativ moderat und liegen im intensiven Bereich. Weiterhin zusätzliches Stabilisationstraining. Im zurückliegenden Dezember musste ich eine unfreiwillige viertägige Pause einlegen. Durch das Laufen im Schneematsch mit nassen Socken hatte sich eine Zehe wund gerieben, die sich daraufhin stark entzündete.

Januar: Das Tempo wird angezogen, die langen Läufe werden auf 40 km ausgebaut. Der Umfang nochmals erhöht. Stabilisationstraining jetzt nur noch einmal wöchentlich, die Leguanos wurden wegen Problemen mit den Fußballen vorerst ausgemustert.

Februar: Gleich im ersten Wettkampf des Jahres, bei den Unterfränkischen Crosslaufmeisterschaften in Langendorf, konnte ich in meiner Altersklasse den ersten Titel holen. Eine Woche später entfloh ich dem „deutschen Winter“ ins sonnige Andalusien. In Conil im Greif-Trainingslager traf ich mich mit vielen Bekannten und holte mir in zwei Wochen mit 472 Kilometern eine Superform. Es war mit Abstand das schönste Trainingslager das ich bisher absolviert habe. Tolles Wetter, nette Trainingspartner, exklusives Hotel das einzige was fehlte war der Trainer. Aber Robert stand in ständigem telefonischem Kontakt mit dem frisch operiertem der wahrscheinlich am meisten darunter litt nicht dabei sein zu können.

März: Der März 2012 war uneingeschränkt der beste Monat des Jahres. Nur eine Woche nach dem Trainingslager mit 1:17:50 h Bestzeit beim Halbmarathon in Frankfurt. Samstags darauf fünf Kreismeistertitel in der AK und mit der Mannschaft, über die Kurz- und Langdistanz in Stockstadt. Wiederum eine Woche später mit 35:19 min eine neue Bestzeit über 10 km in Niederrodenbach. Und als krönender Abschluss des Monats dann der Saaletal-Marathon in Ramsthal, wo ich mit 52 Jahren den Unterfränkischen-, sowie den AK-Titel im Marathon feiern durfte. Einziger Wermutstropfen war der undankbare zweite Gesamtplatz, nachdem ich bis km 36 geführt hatte. Im Nachhinein waren die Wettkämpfe der Vorwochen wohl doch etwas zu viel, zumal die Strecke mit über 500Hm ihren Tribut forderte.

April: Nach dem besten, kam der schwärzeste Monat des Jahres. Drei Tage nach dem Marathon erwischte mich ein bakterieller Infekt, der mich läuferisch drei Wochen schachmatt setzte. Leider Gottes wurde erst nach der zweiten Woche ein Blutbild erstellt und daraufhin Antibiotika verordnet. Nach diesem gesundheitlichem Rückschlag war die Form natürlich weg und der geplante Start bei den Bayerischen Marathon-Meisterschaften in Würzburg in weite Ferne gerückt.

Mai: „Alles neu macht der Mai“ Nach diesem Motto stieg ich wieder ins Training ein und kam beim Aschaffenburger Citylauf, dem läuferischen „Highlight“ der Region trotz trainingstechnischer Defizite aufs Podest und in die Geldränge. Eine Woche später startete ich in Würzburg über die Halbmarathon-Distanz. In einem Hitzerennen wurde ich im Rahmen der Unterfränkischen Meisterschaften – trotz indiskutabler Zeit – Gesamtzweiter, AK-, Gesamt-Mannschaft-, sowie AK-Mannschaft-Sieger und holte damit die Titel Nummer 8 bis 11 des aktuellen Jahres. Allerdings waren diese teuer erkauft, denn am Tag nach dem Wettkampf kämpfte ich schon wieder mit einer aufkommenden Erkältung.

Juni: Gleich zu Beginn des Monats ging es zum Sommernachtslauf nach Neuss, dem Hauptsitz von ASICS. Dort fand mein erstes Treffen mit zahlreichen ASICS-Frontrunnern statt. Die Chemie stimmte sofort untereinander und es wurde ein unvergessliches Wochenende im Kreise der ASICS-Frontrunner. Aufgrund meiner Erkältung startete ich nur über die 5 km-Distanz, die ich trotz einiger Hustenattacken den Umständen entsprechend zufrieden in 18:20 min absolvieren konnte.

Juli: Normalerweise der Regenerationsmonat im Sommer, dieses Jahr aber der Auftakt zur Marathonvorbereitung für die Senioren-EM. Nach dem Motto: „Wo liegen die Grenzen“ absolvierte ich neben meinem Job täglich zwei Trainingseinheiten. Am 12.07. folgte Titel Nummer 12 aus dem vollem Marathontraining heraus bei der Kreismeisterschaft mit 17.50 min über 5000 m Bahn. Knapp zwei Wochen später dann der Schock: Nach einer Fußwurzelblockade konnte ich nur noch mit Krücken laufen. Am nächsten Tag war alles wie weggeblasen und der geplante Halbmarathon in Obertshausen lief mit 1:19:33 h den Umständen entsprechend.

August:
Nach der Erholungswoche mit dem Vorbereitungswettkampf wurde im August der Umfang noch mal zwei Wochen hochgefahren um anschließend in die Taperingsphase für den Senioren-EM Marathon überzugehen. Am 25.08. dann der Saisonhöhepunkt mit dem Gewinn des AK-Mannschafts-Europameister-Titel in einem Hitzerennen mit 2:49:51 h auf hügeligem Kurs. In der AK-Einzelwertung lag ich als schnellster Deutscher auf dem vierten Platz. Die anschließende zeremonielle Siegerehrung mit Nationalhymne war sehr emotional mit Gänsehaut-Feeling.

September: Nach zwei Wochen Regeneration lief ich bei meinem Heimrennen den Halbmarathon in Elsenfeld, wo ich vor dem Start als Europameister und Favorit auf den Gesamtsieg groß angekündigt wurde. Leider blieb bei sommerlichen Temperaturen mal wieder „nur“ der undankbare zweite Platz. Unmittelbar darauf ging es nach reiflicher Überlegung in die direkte Vorbereitung für den Frankfurt-Marathon. Ein gewagtes Experiment, aber ich wollte beim großen ASICS-Frontrunner Finale aktiv dabei sein. Allerdings lief die Vorbereitung ziemlich zäh, weil mich das eine oder andere Zipperlein doch etwas ausbremste.

Oktober: Das Ergebnis des Halbmarathon in Aschaffenburg, drei Wochen vor dem Hauptwettkampf, war mit 1:18:38 h dann wieder recht zufriedenstellend. Allerdings war die Form deutlich am kippen. In Frankfurt riskierte ich alles und versuchte mit sub 2:45 h auf Bestzeit anzulaufen. Leider waren die Bedingungen aufgrund der kalten Temperaturen nicht ideal. Dennoch konnte ich mit 2:49:38 h innerhalb von 9 Wochen den zweiten Marathon unter 2:50 finishen. Damit endete ein überaus erfolgreiches Läuferjahr.

Zurzeit befinde ich mich in der wohlverdienten Winter-Regeneration und es bleibt genügend Zeit das Erreichte zu reflektieren, alles etwas sacken zu lassen und sich Gedanken darüber zu machen wie es weiter geht.
Aber darüber ein anderes Mal mehr…