{"id":7545,"date":"2017-12-25T12:54:29","date_gmt":"2017-12-25T12:54:29","guid":{"rendered":"http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/?p=7545"},"modified":"2017-12-25T12:54:29","modified_gmt":"2017-12-25T12:54:29","slug":"eine-kleine-weihnachtsgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/?p=7545","title":{"rendered":"Eine kleine Weihnachtsgeschichte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/?attachment_id=7549\" rel=\"attachment wp-att-7549\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/LangerLauf-300x172.jpg\" alt=\"LangerLauf\" width=\"300\" height=\"172\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7549\" srcset=\"http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/LangerLauf-300x172.jpg 300w, http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/LangerLauf-768x441.jpg 768w, http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/LangerLauf-1024x588.jpg 1024w, http:\/\/edgar-morschhaeuser.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/LangerLauf-500x287.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wie immer am Ende des Kalenderjahres, bzw. zum Anfang des neuen Trainingsjahres steht f&#252;r uns Langstreckenl&#228;ufer um die Weihnachtszeit wieder die \u201elange\u201c Trainingsdistanz auf dem Programm. Dabei kommt es nicht auf das Tempo an, wichtig ist es dagegen nach M&#246;glichkeit die gesamte L&#228;nge zu schaffen. Auch wenn man ein paar Meter gehen muss.<\/p>\n<p>Die &#228;u&#223;eren Voraussetzungen waren eigentlich fast ideal, Sonne, Temperaturen um die 20 Grad und leichter Wind. Meine geplante Strecke &#8211; wie die letzten Jahre \u2013 von Puerto del Carmen an die Costa Teguise und wieder zur&#252;ck. Gr&#246;&#223;tenteils auf der Originalstrecke des Lanzarote-Marathons, der hier vor zwei Wochen stattgefunden hatte.<br \/>\nDie einzige Sorge bereiteten mir meine Oberschenkel. Die waren auch zwei Tage nach dem Lauf auf den Monta\u00f1a Blanca &#8211; einen der h&#246;chsten Vulkane Lanzarotes &#8211; noch ziemlich l&#228;diert.<\/p>\n<p>Kurz nach 14 Uhr brach ich auf. Im Hinterkopf immer das ungute Gef&#252;hl von vor drei Jahren. Damals lief ich auch auf den Vulkan und musste am n&#228;chsten Tag die letzten acht Kilometer meines langen Laufes wandern, da die Oberschenkel nach 32 Kilometern komplett zugemacht hatten.  <\/p>\n<p>Die Sonne strahlte vom blauen Himmel und der leichte Wind erwies sich als best&#228;ndiger Gegenspieler, der meine Pace auf einem konstanten 5er Schnitt einpendeln lies. Irgendwie f&#252;hlte ich mich nicht richtig wohl dabei und kam auch nicht richtig ins Rollen. Vorbei an der  sch&#246;n geschwungene Bucht der Playa de los Pocillos ging es die ersten drei Kilometer bis zum Ende der Promenade. Von dort auf den Rad- und Fu&#223;g&#228;ngerweg, der &#252;ber zwei Kilometer zwischen Strand und Flughafenlandebahn entlang f&#252;hrt. Danach zwei Kilometer vorbei an der Playa Honda am Meer entlang nach Arrecife, der Hauptstadt von Lanzarote. <\/p>\n<p>Der Gegenwind blies ununterbochen und meine Gedanken besch&#228;ftigten sich st&#228;ndig damit weiterzulaufen oder umzudrehen. Am Eingang von Arrecife machte ich einen kurzen Stopp und ging in mich. Elf Kilometer lagen hinter mir, bis zur Costa Teguise noch neun vor mir. Meine Beine waren unver&#228;ndert und ich entschied kurz entschlossen weiterzulaufen. Zur Not konnte ich immer noch mit einem Bus oder Taxi zur&#252;ck ins Hotel fahren. <\/p>\n<p>Ab diesem Zeitpunkt war es ein anderer Lauf. Ich spulte Kilometer um Kilometer ab. Immer am Meer entlang durch Arrecife, &#252;ber einen gro&#223;en Kreisel an der Autobahn, vorbei am Industriehafen Los M\u00e1rmoles, wo das Schiffswrack der \u201eTelamon\u201c in einer Bucht vor sich hin rostet bis zur Costa Teguise, dem zweitgr&#246;&#223;ten Touristenzentrum auf Lanzarote. <\/p>\n<p>Dort angekommen wendete ich nach zwanzig Kilometern, die ich in einem Schnitt von 5:05\/km gelaufen war. Trotz der Sonneneinstrahlung, hatte mir die W&#228;rme durch den permanenten Gegenwind bisher nicht ausgemacht. Das &#228;nderte sich nun. Schon nach dem ersten Kilometer trieb es mir den Schwei&#223; von der Stirn in die Augen. Meine Pace hatte sich ohne gr&#246;&#223;ere Anstrengung um fast 20sec\/km gesteigert. Es lief nun richtig rund. <\/p>\n<p>Kein Gedanke mehr an einen Ausstieg, stoppte ich erst nach 31 Kilometern in Arrecife, wo ich mir etwas zu trinken kaufte. Der halbe Liter eiskaltes Wasser und zwei Powergel Shots wirkten und ich lief die n&#228;chsten Kilometer teilweise unter 4:30\/km immer der untergehenden Sonne hinterher.<\/p>\n<p>Kurz vor dem Flughafen, kaufte ich mir an einem Kiosk am Plaza de Guasimoto noch eine Flasche Wasser. Weit vor mir lief ein L&#228;ufer in flottem Tempo. Er war in der untergehenden Sonne nur schlecht zu erkennen. Langsam schloss ich auf ihn auf. Als er mich h&#246;rte zog er sein Tempo etwas an. Ich hatte zwar schon &#252;ber 35 Kilometer in den Beinen, aber der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Mit einem kurzen Gru&#223; ging ich an ihm vorbei. Er h&#228;ngte sich sofort hinter mich, aber seine Schritte wurden langsam leiser und bis zum Ende der langen Flughafengerade hatte ich ihm schon etliche Meter abgenommen.<\/p>\n<p>Die letzten vier Kilometer bis in mein Hotel vergingen wie im Flug und nach 3:12:57 h war ich wieder an meinem Ausgangspunkt. Die anschlie&#223;ende Dusche und das ausgiebige Abendessen hatte ich mir redlich verdient.<\/p>\n<p>Was bleibt? Auch wenn es einmal nicht so gut l&#228;uft und der Kopf nicht fokussiert ist, macht es Sinn weiterzumachen und sich einfach auf seine F&#228;higkeiten zu verlassen. Es gibt immer einen Weg, mag er hart und steinig oder im Gegegnteil mit R&#252;ckenwind leicht abfallend sein. Wichtig ist es auf sich zu vertrauen und ihn einfach zu gehen. In diesem Sinne:<\/p>\n<p>Danke f&#252;r\u2019s lesen und allen ein sch&#246;nes friedvolles Weihnachtsfest!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie immer am Ende des Kalenderjahres, bzw. zum Anfang des neuen Trainingsjahres steht f&#252;r uns Langstreckenl&#228;ufer um die Weihnachtszeit wieder die \u201elange\u201c Trainingsdistanz auf dem Programm. 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