35. Bienwald-Marathon in Kandel am 14.03.2010
Frankfurt Marathon am 25.10.2009
16. Intern. Marathon in Hanau/Rodenbach am 18.04.2009
Frankfurt Marathon am 28.10.2007
10. Stauseelauf am 24.08.2007 in Schotten
Kreismeisterschaft 10.000 m Bahn am 18.04.2007 in Aschaffenburg/Schweinheim
15. Marathon “Rund um die Steinmühle” am 31.03.2007 in Marburg
30. Halbmarathon am 11.02.2007 in Mörfelden
23. Winterlaufserie 3. Lauf am 27.11.2005 in Goldbach
10. HVB Citylauf am 03.06.2005 in Aschaffenburg
7. Nidda-Rundlauf am 21.5.2005 in Florstadt
1. Straßenlauf am 6.5.2005 in Stockstadt
5. Würzburg-Marathon am 17.4.2005
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35. Bienwald-Marathon in Kandel am 14.03.2010 – nach oben
Beschaffenheit: absolut flache asphaltierte Strecke überwiegend durch den windgeschützen Bienwald
Wetter: 5°, bewölkt, leichter Westwind
Teilnehmer: 617 im Ziel
Entgegen den ungünstigen Wettervorhersagen der letzten Tage, waren die Bedingungen am Start des 35. Bienwald-Marathon in Kandel fast ideal. Lediglich Temperaturen um 5 Grad, sowie ein leichter, kalter Westwind machten die Kleiderwahl schwer. Da es jedoch nicht wie angekündigt regnete, entschloß ich mich in kurz zu laufen und zog nur ein Halbarm Funktions-Unterhemd unter das Singlet. Nach dem Einreihen in den vorderen Startblock und kurzen Shakehands mit einigen bekannten Greif-Club Mitgliedern war es dann auch schon so weit.
Da der Start von Halbmarathon und Marathon gemeinsam erfolgt, ging vorne sofort die Post ab. Ich versuchte Mario, der neben mir lief zu zügeln. Dies gelang auch recht erfolgreich und wir wurden scharenweise überholt.
Der erste Kilometer mit 4:11 min sollte für mich der langsamste des ganzen Rennens sein. Die nächsten beiden Kilometer passten ganz gut und es schien als hätten wir das richtige Tempo gefunden. Dachten wir zumindest, aber mit 3:48 min, für km 4 waren wir dann doch deutlich zu flott unterwegs.
Mittlerweile piepste mein Garmin schon einige Meter vor den offiziellen Kilometerschildern. Am Ende zeigte er sogar 42,67 km für die Gesamtdistanz an. Deshalb konzentrierte ich mich mehr auf die 5 km Abschnitte, wo von Helfern die Bruttozeiten durchgesagt wurden. Mit 20:06 min passierten wir um einige Sekunden zu schnell die 5-km Marke. Aus Mienfeld, einem kleinen Ort neben Kandel, kommend liefen wir auf asphaltierter Straße über die Felder und anschließend erstmals in den Bienwald. An der nächsten Kurve, dem nähsten Punkt zum Start-/Zielbereich, standen die meisten Zuschauer und feuerten uns an.
Auf der anderen Straßenseite waren bereits die Kilometermarken für den Rückweg zu sehen. Nach einer längeren Gerade kam eine der wenigen 90° Kurven und die Strecke führte Richtung Westen auf eine Landstraße, die für den Marathon komplett gesperrt war. An der Verpflegungsstelle, kurz nach km 10, konnte ich meine deponierte Trinkflasche nicht richtig greifen und sie fiel zu Boden. Ich bremste ab und lief zurück um sie aufzuheben. Nach einigen Metern war ich aber wieder an meinem Vereinskameraden dran, der plötzlich zu fluchen und zu schimpfen begann. Er hatte Probleme mit seinem Fuß, mit dem er nicht mehr richtig abrollen konnte. Ich forderte ihn mehrfach auf positiv zu denken. Insgeheim rechnete ich schon damit, dass er am Halbmarathon Wendepunkt umdrehen würde.
Nachdem wir bisher eigentlich nur überholt hatten, kam nun von hinten der Radbegleiter für die erste Frau. Als sie auf gleicher Höhe mit uns war, fragte ich ob sie den Marathon laufen würde, was sie aber verneinte. Da sie ungefähr unser Tempo drauf hatte ging ich nach vorne um etwas zu forcieren und ihr Windschatten zu geben. Mittlerweile kamen uns auch schon die schnelleren Halbmarathonis entgegen. Seltsamerweise war darunter sogar eine Frau. Also hatte wohl der Radbegleiter unserer Läuferin die falsche Dame erwischt. Als ich mich das nächste Mal kurz umdrehte war nur noch Mario hinter mir. Etwas weiter am Halbmarathon-Wendepunkt tauschten wir kurz die Blicke und liefen beide weiter, da ihn seine Probleme anscheinend nicht weiter behinderten.
Ab jetzt wurde es einsam. Den km 15 passierten wir einige Sekunden unter der Vorgabe. Allerdings sollte die Pace, nach meiner geplanten Marschtabelle, jetzt von 4:02/km auf 3:55/km erhöht werden. Die 3:48 min für den km 16 waren dann aber doch etwas zu flott. Mittlerweile hatten wir schon den ein oder anderen eingesammelt. Schon von weitem hörten wir die Guggemusiker, am Ortseingang von Schaidt. Sie machten ordentlich Radau und genau in der Rechtskurve, in Richtung des ersten Wendepunkts, kam uns der Führende des Marathons mit großem Vorsprung entgegen.
Kurz nach der Wende tauchte auch schon Jan auf. Er feuerte mich an und rief mir gleichzeitig zu, dass sein neuer Garmin nichts mehr anzeigte. Wenig später tauchte auch Walter auf. Er hatte sich wegen Trainingsrückstand erst kurzfristig nach dem Frühstück entschieden den Marathon zu laufen. Nun kamen uns immer größer werdende Läufergruppen entgegen, ehe wir kurz vor der Streckenhälfte rechts abbogen. Die Halbmarathondistanz passierten wir exakt in 1:24:30 h und damit 12 Sekunden schneller als geplant.
Vor uns waren jetzt zwei Läufer, denen wir kontinuierlich näher kamen. Bevor wir sie jedoch erreichten, legte der eine von ihnen plötzlich eine Pinkelpause ein. Allerdings kämpfte er sich sofort wieder von hinten heran. Da er es jedoch nicht schaffte uns zu passieren, wurde aus unserem Duo für die nächsten Kilometer ein Trio.
Ab Kilometer 32 machten wir dann richtig Druck. Mario konnte nicht mehr folgen und lies erstmals etwas abreißen. Laut Garmin lief ich hier mit 3:48-3:45-3:54-3:48 bis km 35 meinen schnellsten Abschnitt. Allerdings konnte ich meinem Begleiter nicht mehr folgen, da ich ab der Verpflegungsstation eine kleine Schwächephase hatte. Er flog förmlich Richtung Ziel und sollte mir bis dahin noch 1 ½ Minuten abnehmen! Wie ich im nachhinein erfahren habe trainiert er auch schon seit Jahren nach Peters Plänen und konnte seine Bestzeit auch deutlich verbessern.
Den km 36 konnte ich noch in 3:56 min laufen. Dann bekam ich eigentlich die einzige kleine Schwächephase des Rennens. Km 37 zeigte die Uhr 4:06 min und es waren noch 5 lange Kilometer bis zum Ziel. Zum Glück erholte ich mich jedoch und konnte bis km 41 sogar wieder im 4-er Schnitt laufen.
Nun schmerzten zwar die Beine, aber der Stadionlautsprecher war schon zu hören und ich mobilisierte noch mal alles. Vielleicht war ja sogar eine sub 2:48 möglich, Mein Erstziel von 2:48:44 war deutlich in Reichweite. Auf der Zielgeraden fixierte ich nur noch die Uhr und wusste, dass ich es schaffen würde. Glücklich jubelte ich bereits kurz vor dem Ziel, lief dabei aber voll durch um keine Sekunde zu verschenken. Mein Ergebnis lautet 2:48:34 h brutto und 2:48:32 h netto!
Von Mario war noch nichts zu sehen. Ein Helfer wollte mir gleich einen Plastiksack überstreifen, aber ich schob ihn zur Seite. Nachdem er mich dann wegen der Kälte doch dazu überredet hatte, half er mir hinein und ich merkte erstmals wie kalt und ausgekühlt ich war. Mittlerweile war Mario auf der Zielgeraden und ich feuerte ihn an. Auch er schaffte mit 2:49:47 h sein Traumziel. Allerdings war er ziemlich am Limit, wir klatschen uns gegenseitig ab und dann musste ich ihn erst etwas halten. Jedoch erholte er sich schnell wieder und zusammen gingen wir glücklich und zufrieden ins Verpflegungszelt.
Kurz darauf kam auch schon Jan, der wie immer mit breiten Lachen im Gesicht die Zielgerade in phantastischen 2:59:03 h überquerte. Dies bedeutete für ihn den AK-Sieg in der M60. Aber er freute sich mehr über meine Zeit, als über sein Ergebnis. Leider konnte er nicht lange bleiben, da sein Zug bereits um 14 Uhr ging.
Nach einer längeren warmen Dusche taute ich langsam wieder auf und kühlte meine müden Beine zum Abschluß nochmals mit eiskaltem Wasser. Dann ging es zur Siegerehrung, denn ich hatte neben dem 19. Rang in der Gesamtwertung die Altersklasse M50 souverän mit über 4 Minuten Vorsprung gewonnen. Die Treppenstufen zur Bühne waren im Gegenteil zu manch anderem AK-Sieger kein großes Hindernis. Vielleicht weil ich wie auf Wolke sieben schwebte? Realistischer gesehen lag es wohl eher an der intensiven Vorbereitung. So ein Rennen hatte ich mir schon lange gewünscht und nun war ich endlich für meine Mühen belohnt worden!
Mit dem erreichen meines Erstziels konnte ich mich an die Spitze der aktuellen Leistungsbilanz setzten. Gleichzeitig habe ich es erstmals in die Bilanz der AK-Bestleistungen geschafft. Das bedeutet – seit der Erstellung dieser Statistik im Jahre 2001 – einen neuen Altersklassenrekord, mit der schnellste Marathonzeit eines 50-jährigen am Bayerischen Untermain.
Danke an alle die an mich geglaubt, mitgefiebert, die Daumen gedrückt und mich in irgend einer Art und Weise unterstützt haben. Hier alle Namen zu nennen würde wohl den Rahmen sprengen. Trotzdem ganz besonderen Dank an Jan Bujok, meinen Begleiter Mario, sowie an Walter und Stefan für die Bilder. Danke an Kathrin, die schon kurz nach dem Zieleinlauf per SMS mein Ergebnis anfragte. Danke an Peter Greif, meinen Trainer, der als erster Gratulant Zuhause anrief, während ich noch in Kandel bei der Siegerehrung war. Danke an alle Trainingspartner von Conil, insbesondere Daniela, Robert, Stephan, Heiko, Martin, Walter, Dirk und Rolf. Danke an alle Lauftreffler des TV-Mömlingen und an meine Familie für die Rücksichtnahme während der sicherlich nicht einfach zu organisierenden Vorbereitung. Besonderen Dank auch an Günter Guderley für die Würdigung im Rahmen der „Dieter Baumann-Veranstaltung“, im vollbesetzten Saal der Aschaffenburger Musikschule.
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Frankfurt Marathon am 25.10.2009 – nach oben
Beschaffenheit: flacher asphaltierter Rundkurs durch Frankfurt
Wetter: 16°, sonnig
Teilnehmer: 9495 im Ziel
Am Sonntagmorgen liege ich bereits 30 Minuten bevor der Wecker klingelt hellwach im Bett. Von draußen ist leise zu hören wie der Regen vom Himmel fällt. Nach dem aufstehen frühstücke ich wie immer vor einem Marathon ein helles Brötchen mit Honig, neuerdings belegt mit dünnen Ingwerscheiben. Dazu gibt es wie jeden Morgen eine Tasse grünen Tee. Um kurz nach sieben fahre ich los. Erst zu Heinz, ein Vereinskollege, den ich mit nach Frankfurt nehme. Die Autobahn ist zu der frühen Stunde noch fast leer und wir machen an der Raststätte in Weiskirchen noch eine kurzen Stopp. Hier sind fast nur Marathonläufer unterwegs. Auf der Weiterfahrt treffen wir einen weiteren Vereinskameraden auf dem Weg nach Frankfurt. Peter N. und Ehefrau, die sich mit ihrem Auto an uns dran hängen. Direkt hinter dem Messegelände finden wir einen günstigenParkplatz und gemeinsam laufen wir über die Theodor-Heuss-Allee, Richtung Messeturm.
Es sind noch fast zwei Stunden Zeit bis zum Start. In der Marathonmall treffen wir Achim und Nicole zum verabredeten Zeitpunkt. Robert, vom Greif-Club mit dem ich den gleichenTreffpunkt ausgemacht hatte, steht mit einem weiteren Bekannten und Thommy, der auch in Frankfurt startet, direkt daneben. Ich verabschiede mich von meinen Vereinskameraden und wünsche ihnen noch viel Erfolg. Anschließend zeige ich Robert mit seinen Begleitern, noch einen günstigen Platz wo sie sich nach dem Wettkampf wieder finden können.
Dann gehe ich hoch in den ersten Stock um mich umzuziehen und meinen Kleiderbeutel zu deponieren. Dort treffe ich wieder einige Bekannte und es bleibt noch etwas Zeit für einige kleine Scherze. Die meisten Gesichter in die man hier schaut sind angespannt und verkniffen. Viele wissen sicher nicht was in den nächsten Stunden auf sie zu kommt. Ich fühle mich vor meinem neunten Marathon dagegen richtig locker und entspannt.
Mittlerweile wird es Zeit in den Startblock zu gehen. Der Regen hat längst aufgehört und der dichte Nebel über den Hochhäusern hat sich gelichtet. Sogar die Sonne ist kurzzeitig zu sehen. Vorne im ersten Startblock stehen sie schon dichtgedrängt wie die Ölsardinen, obwohl nach fast zwanzig Minuten Zeit bis zum Startschuss bleiben. Langsam trinke ich meinen halben Liter Ultra-Buffer um dann nochmal für eine kurze Pinkelpause über die Absperrgitter in die Grünanlage zu gehen. Wieder zurück, bleiben immer noch ein paar Minuten bis endlich der Start erfolgt.
Gleich von Anfang an orientiere ich mich an Mario vom TSG Kleinostheim, der nur wenige Meter vor mir läuft. Aber in dem Gedränge am Start ist es schwer ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Der erste Kilometer ist Slalomlaufen angesagt . Aber dennoch passt er mit 4:01 min eigentlich ganz gut. Auch auf dem zweiten Kilometer muss man noch höllisch aufpassen, da es trotz der breiten Straße besonders in den Kurven recht eng zu geht. Irgendwie habe ich auch keinen richtigen Grip mit meinem Lunartrainer. Aufgrund der nassen Straßenoberfläche rutsche ich bei jedem Schritt etwas weg. So langsam sortiert sich dann das Feld und gemeinsam mit Mario laufe ich nach km 5 mit 20:29 min über die erste Matte. Eigentlich etwas zu langsam, aber ich wollte ja sowieso defensiv angehen.
Meine erste Verpflegungsflasche, die ich vom Start weg in der Hand trug, war bereits geleert. Ich bin gespannt ob meine Helfer am Opernplatz auf mich warten und die geplante Verpflegung funtioniert. Es klappt wie abgesprochen reibungslos. Peter gibt mir die Flasche, Kathrin fotografiert während Basti mich anfeuert. Auch Robert ist vor Ort und voll motiviert geht es weiter.
Nach einer Schleife durch die Innenstadt kommen wir am Kilometer Acht wieder am Opernplatz vorbei. Auch die zweite Verpflegung klappt hier wie am Schnürchen. Jetzt geht es einen Kilometer Richtung Norden und dann in einem scharfen Knick zurück zum Eschenheimer Turm. Die Durchgangszeit bei Kilometer Zehn passt genau zu meinem mittlerweile anvisierten Zweitziel. Ich wollte sowieso verhalten angehen und wenn möglich lieber hintenraus zulegen. Mario sieht es wohl genauso, denn wir laufen ohne Absprache wie die siamesischen Zwillinge durch die Stadt. Mir fällt auf, dass er ziemlich stark schwitzt, aber mir geht es auch nicht besser. Das hängt sicher mit dem kleinen Wetterumschwung im Vergleich zur Vorwoche zusammen. So langsam kommt auch noch die Sonne heraus. Mittlerweile laufen wir über die Alte Brücke, und überqueren erstmals den Main. In Sachsenhausen geht es am Mainufer entlang und kurz nach km 13 wartet Peter, diesmal mit zwei kleinen Fläschchen, die bis Kilometer 25 reichen sollen. Den Gel-Chip, den ich im Vorfeld an der einen Flasche befestigt hatte, schiebe ich mir gleich in die Backentaschen.
Kurz darauf laufen wir auf der Kennnedyallee in Richtung Süden und die Splits werden schneller. Wir sind jetzt ständig am überholen. Unter anderem sammeln wir hier auch Siggi aus Pflaumheim ein. Er ist nach meiner Ansicht für seine Verhältnisse deutlich zu schnell unterwegs. In Goldstein bei Kilometer 20 zeigt die Uhr 1:21:23 h. Auf diesem Abschnitt habe ich dann ein seltsames Erlebnis. Ein überholter Läufer schiebt mich von hinten zur Seite. Er fühlt sich von mir behindert. Als ich ihm zeige, dass rechts jede Menge Platz ist, wo er an mir vorbeiziehen kann regt er sich auf. Er beleidigt mich verbal und läuft demonstrativ vor mich um abzubremsen. Dabei meint er so hätte ich es mit ihm gemacht. Ich bleibe cool, lasse mich nicht beirren und laufe einfach mein Tempo weiter, dem er nicht lange folgen kann.
Die Streckenhälfte passieren wir in 1:25:50 h, Seite an Seite. Dort steht Marco S. mit dem Fahrrad am Streckenrand und feuert mich an. Die Schwanheimer Brücke bei Kilometer 23 bildet eigentlich die größte Steigung des ansonsten fast flachen Kurses. Hier zeigt der Garmin mit 4:02 min erstmals wieder einen Split über 4 min an. Allerdings stimmen die km-Abschnitte schon lange nicht mehr mit der offiziellen Beschilderung überein. Das ist mir aber zu diesem Zeitpunkt egal, da ich mich an den km-Splits des Garmin orientierte.
Mittlerweile habe ich meine Verpflegung aufgebraucht und es geht schon Richtung Wende nach Höchst. Dort wartet Erhard mit Nachschub. Er läuft ein Stück neben mir her und erkundigt sich nach meinem Befinden. „Alles im grünen Bereich“ lautet meine Antwort und er versichert mir das ich auch noch gut aussehe. Nach der Schleife durch Höchst, der eigentlichen Wiege des Frankfurt-Marathons, geht es über den Stadtteil Nied auf die lange gefürchtete Gerade der Mainzer Landstraße. Hier passiere ich zusammen mit Mario in 2:02:33 h den Kilometer 30. Wir rollen langsam aber sicher das Feld von hinten auf. Allerdings setzt uns die Sonne jetzt immer mehr zu. Als ich kurz darauf trinke gelingt es Mario ein kleine Lücke herauszulaufen. Irgendwie hänge ich in einer kleinen Gruppe Läufer und scheue den Weg außen herum, während er Meter um Meter gut macht. Als ich mich dann entscheide nach vorne zu laufen sehe ich mit 4:08 min auch den bisher langsamsten km-Split auf dem Garmin.
Schon jetzt spüre ich bereits die Oberschenkelmuskulatur, besonders im Adduktorenbereich deutlich. Der Geist ist zwar noch willig, aber die Beine wollen nicht mehr so richtig wie der Kopf. Die Spilts gehen für die nachfolgenden Kilometer mit 4:08 -4:13 – 4:12 immer weiter nach unten. Aber Mario kommt vor mir auch nicht richtig weg, er läuft immer in Sichtweite. Langsam kämpfe ich mich wieder an ihn heran.
Endlich kommen wir bei Kilometer 35 wieder in den Innenstadtbereich. Die letzte Verpflegung klappt wie am Schnürchen. Sofort versorge ich mich mit einem Gel-Chip und motiviert durch die zahlreichen Zuschauer an der Strecke gelingt es mir nochmals eine 3:53/km zu absolvieren. Allerdings kämpfe ich jetzt schon mit leichten Krämpfen in den Waden und muss höllisch aufpassen wie ich meine Füße belaste. Mario ist jetzt wieder in Schlagweite und gemeinsam laufen wir über die 40-km Matte. Allerdings geht es ihm anscheinend auch nicht besser als mir. Ich habe mein restliches Pulver fast verschossen und die ersten Gedanken ans aussteigen kommen hoch. Die Schmerzen in der Oberschenkelmuskulatur lassen keinen schnellen Schritt mehr zu und ich quäle mich durch die Zuschauermassen. Jetzt werde ich auch noch von einigen Läufern von hinten überholt. Endlich kommt die Kurve zur Friedrich-Ebert-Anlage und ich fixiere nur noch den Messeturm. Die Beine wollen fast nicht mehr, aber mit letzter Willensanstrengung schaffe ich es doch noch in 2:56:37 über die Ziellinie.
Die erste Herausforderung danach sind die wenigen Stufen von der Festhalle hinab in den anschließenden Verpflegungsbereich. Meine Beine schmerzen höllisch. An so einen harten Marathon kann ich mich gar nicht erinnern. Zum Glück gibt es Rolltreppen hinauf zur Kleiderdepot und wieder hinab zum Duschbereich. Nach einer ausgiebigen, schönen und vor allem warmen Dusche, warte ich noch fast eine Stunde im Stehen auf meinen Mitfahrer bevor es endlich nach Hause geht. Dabei begegnen mir zahlreiche Bekannte die kurz berichten und denen es zum Großteil ähnlich erging.
Im Nachhinein betrachtet wäre sicher einiges mehr drin gewesen, wenn nicht dieser Einbruch, verursacht durch die muskulären Oberschenkelprobleme gewesen wäre. Eine Ursache könnte sicher der rutschige Straßenbelag auf den ersten Kilometern gewesen sein. Vielleicht lag es aber auch einfach an der diesmal geänderten Vorbereitung und den daraus resultierenden fehlenden Kilometern. Zusätzlich fehlte mir noch der eine lange Lauf mit 12 Kilometer Endbeschleunigung, als ich wegen einer Erkältung pausieren musste.
Besonderen Dank an meine Streckenposten Kathrin, Basti, Peter und Erhard. Eure Versorgung war echt Spitze und daran hat es sicher nicht gelegen. Danke auch an alle anderen Bekannte und Unbekannte, die mich an der Strecke angefeuert und unterstützt haben. Sowie an meine Familie für die Rücksichtnahme während der Vorbereitung.
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16. Intern. Marathon in Hanau/Rodenbach am 18.04.2009 – nach oben
Beschaffenheit: flacher asphaltierter Rundkurs durch den Wald mit jeweils einer Runde auf der Bahn
Wetter: 11°, bewölkt
Teilnehmer: 223 im Ziel
Zum Glück hatte sich nach dem langen Winter der doch etwas überraschende Sommereinbruch wieder kurzzeitig verabschiedet. So herrschten beim Start zum 16. Internationalen Marathon, verbunden mit den 15. Deutschen Meisterschaften über 50 km, in Hanau/Rodenbach ideale Bedingungen. Dabei hatte es bis kurz vorher noch in Strömen geregnet. Die offiziell vermessene, durchgehend flache Strecke ist bekannt für schnelle Zeiten und bis auf eine Runde auf der Kunststoffbahn durchgehend asphaltiert.
Bereits kurz vor dem Start rief der Organisator und Veranstalter Harry Arndt die Teilnehmer an die Startlinie. Nach einer freundlichen Begrüßung wurden die Favoriten und Top-Läufer vorgestellt und nach vorne gebeten. Unmittelbar darauf ging es auch schon los.
Zuerst wurden 350 m auf der Bahn gelaufen, bevor es über ein kurzes matschiges Stück, aus dem Stadion auf die Rundstrecke ging. Auf dem ersten Kilometer musste man etwas aufpassen, da es doch einige Schlaglöcher durch verschobene Betonabschnitte gab. Gleich zu Beginn bildete sich eine Gruppe der ich mich anschloss. Der erste Kilometer passte genau mit der Distanzanzeige des Garmin überein und war in 4:03 min absolviert. Während nun vorne doch einige davon liefen, blieb das Tempo der anderen konstant und der zweite Kilometer war mit 4:02 min fast perfekt. Mittlerweile hatte ich mich ans Ende der Gruppe gesetzt und lief einfach nur mit. Beim dritten Kilometer änderte ich aber meine Taktik, da dieser mit 3:53 min deutlich zu schnell war. Ich lies es abreißen und lief ab hier einsam durch den frisch ergrünten Wald. Die 5-er Gruppe vor mir vergrößerte kontinuierlich den Vorsprung und von hinten kam nichts. Kurz nach dem vierten Kilometer den ich in 4:00 min absolvierte kam eine Spitzkehre. Ein neuralgischer Punkt wie sich später noch herausstellen sollte, denn für den fünften Kilometer benötigte ich plötzlich 4:09 min. Dabei war ich mir sicher relativ gleichmäßig zu laufen. Mittlerweile stimmte die Distanzanzeige meines Garmin nicht mehr exakt mit den Kilometernschildern überein. Aber das irritierte mich nicht besonders. Am Kilometer 5 feuerte mich Günter G. an, mit 20:09 min war ich hier einen Tick zu schnell unterwegs.
Von hinten waren jetzt endlich Schritte zu hören und ich hatte für den nächsten Kilometer wieder einen Begleiter gefunden. Der machte aber deutlich Druck 3:56 min/km war nicht mein Tempo. Also lies ich ihn ziehen und es folgte Kilometer 7 in 4:01 min. Auf diesem Streckenabschnitt kam nun ein Wendepunkt und man lief wieder im Gegenverkehr zurück. Allerdings blieben alle Teilnehmer sehr diszipliniert auf der rechten Seite und es kam zu keinerlei Behinderungen. Inzwischen war der Läufer vor mir fast auf die Gruppe zu der ich auf den langen Geraden immer noch Sichtkontakt hatte, aufgelaufen. So langsam fing diese nun an zu zerbröseln. Wir kamen wieder aus dem Wald und liefen in das Stadion. Die Rundenuhr zeigte beim überqueren der 10 km-Marke 40:22 min, während sich der Garmin bereits kurz vorher mit 40:08 min gemeldet hatte.
Auf der Gegengeraden war eine Verpflegungsstadion aufgebaut und hier überholte ich dann den ersten Läufer der kurz vor mir zum trinken ausscherte. Aus dem Stadion ging es nun auf die zweite Runde. Ich hatte mich entschlossen nicht weiter zu forcieren, sondern mein Tempo möglichst lange beizubehalten. Der nächste aus der Gruppe vor mir fiel bereits etwas zurück und ich sah ihn langsam aber sicher näher kommen. An der Spitzkehre und an dem Wendepunkt hatte ich wieder deutlich langsamere Spilts mit 4:08 min, ansonsten konnte ich den 4-er Schnitt gut halten.
Nach 1:20:39 h überquerte ich die 20 km Marke im Stadion und die nächste Überholung stand an. Die Halbmarathon-Markierung passierte ich exakt in 1:25:00. Während der dritten Runde kämpfte ich dann etwas mit aufkommenden Seitenstichen. Durch Änderung der Atemtechnik bekam ich die Sache aber ganz gut in Griff. Kurz danach begann meine Bauchmuskulatur leicht zu verkrampfen. So langsam wurde ich unruhig, obwohl die Spilts bis auf die Abschnitte mit der Spitzkehre und dem Wendepunkt noch stimmten. Der erste Gel-Chip half und ich konnte auf einen Läufer auflaufen, mit dem ich schon die ersten beiden Kilometer zusammen war. Das Tempo und sein Laufschritt passte und wir wechselten uns gegenseitig in der Führungsarbeit ab. An der Verpflegungsstelle kurz vor km 26 bot ich ihm noch meinen Wasserbecher an, aber er lehnte ab. Zusammen liefen wir in die Sackgasse, Richtung Wendepunkt. Dort beschleunigte er und ich hatte Mühe dran zu bleiben, kämpfte mich aber wieder dran. Dies gelang auch, aber ab km 29 ließ ich ihn dann ziehen. Der km-Spilt passte immer noch und ich lag einigermaßen in meinem Zeitfenster.
Auf der dritten Stadionrunde schnappte ich mir dann meine Eigenverpflegung, aber irgendwie klappte das Trinken nicht richtig und alleine ging es in die finale Runde.
Jetzt ließen die km-Spits doch deutlich nach. Die Beine wurden schwer und mein linker Oberschenkel wurde langsam fest. Auch das Überrunden der langsameren Ultraläufer wurde jetzt schwieriger, da diese zum Teil in Gruppen die ganze Wegbreite einnahmen. An jedem Kilometer rechnete ich hoch und versuchte zu mobilisieren, vergebens. Das Erstziel war unerreichbar und auch die 2:52 war nicht mehr drin. Also blieb “nur” noch die neue Bestzeit. Den letzten Kilometer konnte ich noch in 4:09 min absolvieren und rannte immer mit dem Blick auf die Uhr in 2:54:03 ins Marathonziel.
In der offiziellen Ergebnisliste wurde ich dann mit 2:54:05 auf Gesamtplatz 11 und dem 5. Rang in der AK M45 geführt. Damit konnte ich meine Bestzeit aus dem Jahr 2007 um 17 Sekunden steigern. Gleich nach dem Ziel, das mitten auf der Rundstrecke lag, befand sich eine Verpflegungsstadion. Hier setzte ich mich auf eine Bank und wurde von den beiden Damen mit Tee, Bananenstückchen und Schokolade verwöhnt. Ich war hier ganz alleine und kam mir vor wie ein Eliteläufer, so einen Service konnte ich bei meinen bisherigen Marathons noch nie genießen. Die anderen waren alle noch auf der Strecke um die 50 km voll zu machen. Für den Rückweg ins Stadion bekam ich noch eine Abkürzung gezeigt. Dort kam ich dann doch ziemlich ausgekühlt an und setzte mich gleich ins Auto um nach Hause in die heiße Badewanne zu kommen.
Mit einigem zeitlichem Abstand und nach der Analyse über die GPS-Daten habe ich mein Erstziel wahrscheinlich durch den Wechsel des Laufrhythmus an der Spitzkehre und dem Wendepunkt verfehlt. Allerdings war es dann ab Kilometer 30, alleine im Wald, auch sehr schwer sich zu motivieren. Vielleicht habe ich aber auch mit dieser Zeit, in deren Bereich ich in den letzten Wettkämpfen schon mehrfach lag, einfach meine persönliche Leistungsgrenze für die 42,2 km erreicht. Schließlich wird man ja auch nicht jünger…
Vielen Dank an Brigitte und Siggi für die Bilder, an Dirk für die perfekte Wasserversorgung und an Günter für die aufmunterten Worte im Ziel. Danke auch an alle für die Anfeuerung während des Rennens, insbesondere an den unbekannten Jogger der mich mehrmals namentlich motiviert hatte. Da er hier sicher mit liest, würde ich mich freuen wenn er sich persönlich bei mir melden würde, damit ich mich beim ihm bedanken kann.
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Frankfurt Marathon am 28.10.2007 – nach oben
Beschaffenheit: flacher asphaltierter Rundkurs durch Frankfurt
Wetter: 12°, bewölkt
Teilnehmer: 9164 im Ziel
Ideale äußere Bedingungen, sowie eine optimale Vorbereitung versprachen neue Superlativen und so setzte ich mein Erstziel für meinen 7. Marathon auf 2:48, ein 4-er Schnitt über 42,2 km. Aufgrund einer Vorleistung von 1:20 für den Halbmarathon schien dies realisierbar. Meine weiteren Motivationserhalter lauteten sub 2:55 und letztendlich zumindest eine Unterbietung der 2:56:36, meiner aktuellen Bestzeit vom Frühjahr dieses Jahres.
Nachdem ich rechtzeitig angereist war, kam kurz vorm Start doch nochmals etwas Hektik auf, da mein Garmin Probleme mit der Satellitenortung hatte. Erst kurz vor dem Startschuss war er endlich bereit und schon ging es auch los. Zusammen mit Fabian wollte ich die ersten 15 km in einem 4:03-er Schnitt angehen.
Wie immer fehlte am Anfang vollkommen das Tempogefühl und der Blick zum Garmin verunsicherte mich noch mehr, da dieser nach wenigen Sekunden bereits 200 m anzeigte. Der erste Kilometer ging laut Laufcomputer in 3:38 min weg, bei der km-Markierung zeigt die Uhr jedoch 4:08 min. Was stimmte jetzt? Ich verließ mich auf die Messgenauigkeit des GPS-Systems und kontrollierte den Zweiten damit in 3:48 min während das 2 km-Schild um die Ecke Bockenheimer Anlage noch nicht zu sehen war. Endlich an der Markierung angekommen zeigte die Uhr 7:58 min, also im Soll. Als ich Fabian der auch eine Garmin trug nach seinem km-Stand fragte und keine befriedigende Antwort bekam lief ich nur noch nach Gefühl.
Die ersten 5 km waren dann mit 20:26 min etwas zu langsam, aber noch lange kein Grund zur Besorgnis. Ich zog etwas an und lies Fabian, mit dem ich zuvor Seite an Seite gelaufen war, hinter mir. Mit 40:29 min war ich bei km 10 fast punktgenau im Fahrplan und es rollte schön locker weiter.
Kurz nach überqueren der alten Brücke lief Manni vom TSG Kleinostheim von hinten auf und gemeinsam bogen wir in die Kennedyallee. Nach kurzem Smalltalk beschlossen wir zusammen weiter zu laufen. In 1:00:49 passierten wir km 15 innerhalb des Zeitfensters.
Nach Marschroute sollte ab jetzt das Tempo auf einen 3:56-er Schnitt erhöht werden was auch ganz gut gelang. So langsam sammelten wir schon die ersten Läufer ein und sprangen Gruppe um Gruppe nach vorne. In Goldstein an der 20 km-Markierung betrug mit 1:20:52 der Rückstand bereits 30 Sekunden, allerdings beunruhigte mich dies nicht sonderlich, da alles im grünen Bereich war. Als wir die Matte zum Halbmarathon überliefen verabschiedete sich Manni mit den Worten “lauf alleine weiter sonst geh ich hoch” und wünschte noch viel Erfolg.
Über die Schwanheimer Brücke ging es auf die andere Mainseite. Da ich den letzten km nach dem Garmin mit 4:08 min erstmals deutlich zu langsam gelaufen war, versuchte ich zu forcieren und der nächste km ging mit 3:50 min weg. Allerdings bekam ich durch die Tempoerhöhung plötzlich Probleme. Mein Zwerchfell verkrampfte und beidseitige Stiche unterhalb des Rippenbogens machten mir zu schaffen. Hatte nicht damit gerechnet so früh das Beißholz herauszuholen und quälte mich die nächsten Kilometer durch Frankfurt-Höchst bis auf die Mainzer Landstraße. Dabei wurde ich auch vereinzelt von den ersten Läufern überholt.
Bei km 30 hatte ich auf mein Erstziel bereits 2 min verloren. Nach einem ordentlichen Schluck Wasser an der Verpflegungsstelle lief es plötzlich wieder, zwar nicht im geplanten Tempo, aber um die Motivation zu erhalten zumindest in Richtung sub 2:55, dem erklärten Zweitziel.
Unverhofft tauchte kurz darauf Manni wieder neben mir auf und ich versuchte an ihm dranzubleiben. Zusammen liefen wir Richtung Innenstadt und die zahlreichen Anfeuerungsrufe seiner Fans motivierten zusätzlich.
Den Platz der Republik mit km 35 passierten wir in 2:22:54 und kurz darauf versorgte uns Günter Guderley mit Cola und feuerte uns an. Am Taunustor vorbei ging es die Kaiserstraße hoch auf den erstmals geänderten Streckenabschnitt.
Allerdings machte sich jetzt bei mir die linke Wade deutlicher bemerkbar, die bereits auf der Mainzer Landstraße leicht zum verkrampfen geneigt hatte. Zusätzlich gingen beide Oberschenkel zu und ich bekam die Beine nicht mehr richtig hoch.
Also lies ich Manni ziehen, der mir bis km 40 auch fast eine Minute abnahm. Mittlerweile musste ich höllisch aufpassen, da mein linkes Bein sobald es keinen Bodenkontakt hatte im Wadenbereich anfing zu verkrampfen.
Irgendwie musste ich die beiden letzten Kilometer überstehen damit der ganze Aufwand sich doch noch gelohnt hatte. Jetzt wurde ich auch reihenweise von hinten überholt. Als es dann endlich die vorletzte Kurve herum in die Friedrich-Ebert-Anlage ging fixierte ich nur noch den Messeturm. Kurz vorm abbiegen in die Festhalle warnte mich meine Wade nochmals deutlich den Laufrhythmus nicht zu erhöhen. Der Blick galt nur noch der Uhr und ich hoffte, nicht aufgrund von Krämpfen zum stehenbleiben gezwungen zu werden.
Die letzten Meter in der Festhalle waren wahrlich kein Genuss, aber mit 2:54:22 hatte ich das Zweitziel sowie eine Verbesserung meiner Bestzeit um 2:14 min erreicht.
Enttäuscht bin ich von dem Garmin Forerunner, der laut Anzeige 43,34 km anzeigte. Ansonsten bin ich rundherum zufrieden und stolz mich trotz aller Probleme durchgebissen zu haben.
Die einzelnen 5 km Abschnitte betrugen laut Ergebnisliste 20:26-20:03-20:20-20:03-20:03-20:52-21:07-22:00 und 9:28 min für die letzten 2,2 km. Die Streckenhälfte legte ich in 1:25:11 zurück.
Danke an Paul, Manni und Herbert für die Bilder
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10. Stauseelauf am 24.08.2007 in Schotten – nach oben
Beschaffenheit: flacher asphaltierter Rundkurs um den Nidda-Stausee
Wetter: 27°, bewölkt, hohe Luftfeuchtigkeit
Teilnehmer: 216 im Ziel
Nach langem überlegen entschloss ich mich Anfang der Woche doch zu dem Wettkampf über 10 km in Schotten. Allerdings war mir schon da klar, dass eine neue Bestzeit in weiter Ferne lag. Es fehlte einfach an der Tempohärte, aber um genau diese zu erreichen machte ein Start Sinn.
Kurz nach dem abholen der Startnummer traf ich Rainer und es blieben ein paar Minuten Zeit für ein Gespräch.
Allerdings war ich dann schon etwas spät dran mit dem Einlaufen, da ich geplant hatte die komplette Runde von knapp 5 km um den See zu laufen. Die Temperaturen waren trotz der späten Tageszeit noch relativ hoch und ich kam dabei schon ordentlich ins schwitzen. Rechtzeitig zum Start war ich jedoch zurück und konnte mich in der Startaufstellung relativ weit vorne einreihen.
Mit dem Startschuss ging auch gleich die Post ab. Leider hatte ich den Garmin Forerunner zulange am PC und dabei hatte sich die Batterie entladen. Zum Glück hatte ich noch meine Polar dabei und die zeigte mir am ersten km 3:37 min. Passte ganz gut und ich fühlte mich auch gut, aber nach km 2 kam der Schock. 3:52 min, eindeutig zu langsam, obwohl es da ein bisschen anstieg. Also Gas geben, aber außer einer 3:48 min war für den nächsten km nicht drin.
Von hinten überholte mich ein Läufer und ich versuchte zu folgen. Es gelang auch ganz gut. In seinem Windschatten sammelten wir zwei vor uns Laufende ein und zogen gleich vorbei. Trotzdem ging der 4-te km nur in enttäuschenden 3:46 min weg. Verbissen versuchte ich an meinem Vordermann dranzubleiben und wir passierten den 5 km in 3:48 min. Jetzt ging es durch den Zielbereich wo die meisten Zuschauer standen und durch die Anfeuerungen zog mein Pacemaker an und lief mir langsam aber sicher davon.
Das brach mir das Genick, den nun begann auch noch das überrunden der langsameren Halbmarathonläufer die teilweise in breiter Front nebeneinander liefen. Die Moral sank immer tiefer und nun bekam ich auch noch trotz des moderaten Tempos Seitenstechen. Die nächsten Kilometersplits von 3:50-4:00-4:01-4:00 drücken das ganze Dilemma in Zahlen aus.
Erst als ich hinter mir Schritte hörte, konnte ich auf dem letzten Kilometer noch etwas mobilisieren und lief nach dem finalen km in 3:47 min, mit der bescheidenen Endzeit von 38:33 min ins Ziel. Überraschenderweise bedeute dies den Altersklassensieg und im Gesamtergebnis den 21.Platz.
Letztes Jahr lief ich hier an gleicher Stelle, allerdings bei besseren Wetterbedingungen mit 37:00 min noch Bestzeit.
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Kreismeisterschaft 10.000 m Bahn am 18.04.2007 in Aschaffenburg/Schweinheim – nach oben
Beschaffenheit: 400m Tartanbahn
Wetter: 15°, bewölkt, kalter Wind
Teilnehmer: 27 gemischter Wettbewerb
Am Mittwochabend fand in Aschaffenburg/Schweinheim die Kreismeisterschaft über 10.000 m auf der Bahn statt. Vom Termin her ideal, 18 Tage nach meinem Marathon. Eigentlich war ich im Vorfeld ziemlich sicher erstmals in einem WK eine 36-er Zeit laufen zu können. Aber leider kommt es nicht immer so wie man denkt.
Das Rennen fing schon komisch an. Die ersten 200 m an dritter Position liegend legten wir in 41 sec zurück. Die 400 m Durchgangszeit betrug 1:31 min. Fast 10 sec langsamer. Den ersten km stoppte ich dann in 3:45 min. Eigentlich zu langsam, aber immer noch blieb ich geduldig auf meiner Position. Mittlerweile hatte ein Läufer von hinten überholt und machte vorne etwas mehr Tempo. Dennoch war der 2-te km mit 3:44 min auch zu langsam. Jetzt wurde es mir zu bunt und ich ging nach vorne um das Tempo zu erhöhen. Hinter mir hörte ich die Atemgeräusche und Schritte. Auf der Gegengeraden, wo der Wind von vorne kam ging ich raus auf die zweite Bahn. Mein Verfolger lief vorbei und drosselte vor mir das Tempo. Also überholte ich in der Kurve und blieb vorne. Die 5 km Durchgangszeit betrug 18:37 min. Mit meinen Verfolgern im Nacken und permanenten Überrunden der langsameren Läufern ging das so bis kurz vor km 7, dann setzte sich der spätere Sieger langsam ab. Mit 3:48 min war das auch mein langsamster Kilometer.
Jetzt ging es nur noch um Platz 2, also versuchte ich kurz nach km 8 mit einem kurzen Antritt meinen Verfolger abzuschütteln. Durch zurufen von außen hörte ich das der Abstand auf 5 m angewachsen war. Dabei hatte ich mich aber etwas übernommen was ich kurz darauf bezahlen musste. Nachdem ich bis auf die letzte Runde alle Angriffe einigermaßen abwehren konnte wurde ich überholt und konnte das höhere Tempo nicht mehr mitgehen. So blieb am Ende mit 10 sec Rückstand der dritte Platz in, für mich enttäuschenden 37:21 min. Die Siegerzeit betrug 36:49 min, die Ergebnisse gibts hier.
Als Fazit bleibt: Bestzeit auf der Bahn um immerhin 5 sec verbessert und Kreismeister in meiner AK M45.
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15. Marathon “Rund um die Steinmühle” am 31.03.2007 in Marburg – nach oben
Beschaffenheit: 10 km Rundkurs auf asphaltierten Wegen
Wetter: 13°, Sonnig, kalter Nordwind
Teilnehmer: 64 im Ziel
Meine Planungen für 2007 waren auf einen relativ frühen Marathontermin ausgerichtet. Ursprünglich wollte ich eigentlich in Kandel laufen, wo ich 2004 meinen ersten Marathon bestritten hatte. Aufgrund der kurzfristigen Teilnahme am Greif-Trainingslager in Andalusien war dies jedoch terminlich nicht möglich.
Als Alternative bot sich der nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernte Marathon “Rund um die Steinmühle” in Marburg an. Neben dem Marathon wird dort auch ein Ultra-Marathon über 50 km sowie ein Halbmarathon angeboten. Es handelt sich laut Ausschreibung um einen flachen Rundkurs über 10 km entlang der Lahn mit Start und Ziel im Landschulheim Steinmühle. Alle Strecken sind nach IAAF-Regeln vermessen und bestenlistenfähig.
Trotz der bereits knapp 2000 Jahreskilometer in den Beinen, fühlte ich mich nach der harten Vorbereitung topfit. Der abschließende Supertest über 15 km in neuer Bestzeit von 55:31 min war viel versprechend. Als Ziel hatte ich mir eine 2:48 vorgenommen, was durchaus im Bereich meiner Trainingswerte lag.
Am Wettkampfmorgen wachte ich nach knapp zwei Wochen Tapering und Erholung bestens ausgeruht und vorbereitet auf. Selbst das Zwicken der Achillessehne und die Rückenschmerzen, die sich in den letzten Tagen bemerkbar gemacht hatten, waren wie weggeblasen.
Mein Plan war, vorsichtig mit einem Schnitt von 4:03 min/km anzugehen und dann ab km 15 das Tempo auf 3:56 min/km zu steigern und wenn möglich bis ins Ziel zu halten.
Die Straßen waren am frühen Samstagmorgen wenig befahren, so dass ich zusammen mit meinen Laufkollegen Robert und Timo schon relativ früh am Veranstaltungsort eintraf. Schon beim Aussteigen spürten wir den unangenehm kalten Nordwind. Wir begaben uns zur Startnummernausgabe, wo wir ohne Wartezeit unsere Startgebühr bezahlten und unsere Startnummer entgegennahmen.
Probleme bekam ich dann bei der Abgabe meiner Trinkflaschen. Aufgrund der angebotenen Eigenverpflegung hatte ich mir Zuhause 12 Trinkfläschchen mit Ultra-Buffer gemixt um diese jeweils an den drei Verpflegungsstellen zu deponieren. Im Start- und Zielbereich war dies kein Problem, aber von Seiten des Veranstalters war niemand bereit die Eigenverpflegung an die entsprechenden Versorgungspunkte zu bringen. Im Gegenteil meinte man sarkastisch: “Du kannst dich ja schon mal eine Runde warmlaufen und deine Getränke dort deponieren, wir rechnen dir auch die 10 km auf die Marathondistanz an”. Da ich sie nun schon einmal dabei hatte, stellte ich einen Teil der Getränke auf den gekennzeichneten Eigenverpflegungstisch im Start- und Zielbereich.
Kurz vor dem Start trank ich dann noch einen halben Liter Ultra-Buffer, nahm zur Vorsorge eines der Trinkfläschchen in die Hand und begab mich in die erste Reihe zur Startaufstellung. Mittlerweile schien zwar die Sonne, aber es blies immer noch ein eiskalter Wind. Nach einer kurzen Einweisung in den Streckenverlauf erfolgt der Startschuss.
Links und rechts sprinteten die Läufer an mir vorbei, als würde es sich um einen Mittelstreckenlauf handeln. Zuerst ging es auf asphaltierten Radwegen Richtung Marburg. Am ersten Kilometer stoppte ich 4:14 min, eindeutig zu langsam. Deshalb beschleunigte ich etwas und überholte einige Läufer, darunter auch Robert und Timo die beide eine Sub-3 geplant hatten. Auf dem freien Feld waren wir schutzlos dem böigen Nordwind ausgesetzt und ich versuchte mich an einen HM-Läufer zu hängen, der mein Tempo lief. Dies gelang mir auch bis kurz nach km 4, als wir zur Brücke über die Lahn hoch liefen. Oben angekommen bog er falsch ab und merkte es erst auf mein Zurufen. Das war für ihn natürlich zu spät, da ich nun schon gute 20 m vor ihm war. Ab jetzt begann mein einsames Rennen.
Bei Kilometer 5 ging ich in 20:11 min durch und lag damit bis auf 4 Sekunden im Fahrplan. Mittlerweile hatte ich meine Trinkration zu mir genommen und fühlte mich nun auf der anderen Seite der Lahn, ohne Gegenwind pudelwohl. Dies machte sich auch in den Kilometersplits bemerkbar, die immer um einige Sekunden schneller als geplant waren. Am Wendepunkt kurz vor km 8 zählte ich dann drei entgegenkommende Läufer mit dreistelliger Startnummer, die nicht allzu weit vor mir waren. In der Annahme, dass es sich um Marathonläufer handelte wähnte ich mich auf dem vierten Platz.
Weiter ging es über eine kleine Kuppe und gleich darauf unter einer Autobahnbrücke hindurch. Mit einem scharfen Linksknick führte die Strecke jetzt parallel zur B3. Wieder kam ein Anstieg der hinauf auf eine Autobahnbrücke führte, die die Lahn überspannte. Nur durch einen Zaun von den vorbei rasenden Autos getrennt überquerten wir diese. Danach ging es wieder bergab bis kurz vor km 9.
Stand da nicht irgendwas von einer flachen Strecke in der Ausschreibung? Hier bogen wir dann wieder rechts ab Richtung Landschulheim in den Start und Zielbereich der in einem großen Bogen zu umlaufen war. Hier stoppte ich dann 40:03 für die ersten 10 km ab. Von meiner Planung her eigentlich 27 Sekunden zu schnell.
An der Eigenverpflegungsstelle nahm ich zwei Trinkfläschchen und weiter ging es auf die zweite Runde. Der Abstand zu dem vor mir laufenden Marathoni wurde zusehends kleiner und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ich ihn einholen würde. An der nächsten Verpflegungsstelle kurz vor der Lahnbrücke sah ich wie er beim Trinken stehen blieb, aber danach sofort wieder das Tempo forcierte. Kilometer 15 passierte ich in 1:00:32 und war damit fast wieder in meinem Zeitfenster. Die ersten 5 km der Runde waren mit dem Gegenwind doch deutlich schwerer zu laufen.
An der zweiten Verpflegungsstadion blieb mein Vordermann wieder zum Trinken stehen und ich konnte direkt zu ihm auflaufen. Doch sein Tempo war mir zu langsam und ich ging gleich ohne große Gegenwehr an ihm vorbei. Mit 1:20:28 passierte ich das Ziel bei km 20 und war damit bis auf 3 Sekunden im Plan.
Wieder nahm ich meine Verpflegung auf und es ging auf die dritte Runde. Nachdem ich meine erste Trinkration zu mir genommen hatte machte sich plötzlich mein Magen bemerkbar. Aber da war nirgendwo ein Busch, nur freies Feld, also hieß es Hintern zusammenkneifen und weiter. Lange ging das jedoch nicht gut und ich musste kurz nach km 23 hinter einer Feldscheune raus, um mich zu erleichtern. Dabei überholte mich ein Marathoni der die ganze Zeit in einigem Abstand hinter mir gelaufen war. Ich versuchte wieder in meinen Laufrhythmus zu kommen, was mir anhand der Kilometersplits auch einigermaßen gelang. Der Abstand zu dem vor mir Laufenden blieb allerdings konstant gleich.
Hinzu kamen jetzt permanent Überrundungen, die einen jedoch nicht weiter behinderten. Die 25 km Durchgangszeit betrug 1:42:11, damit war mir klar dass mich mein Malheur knappe 2 min gekostet hatte. Aber das Schlimme war, ich konnte plötzlich mein Tempo nicht mehr laufen, kaum ein km ging unter 4 min weg. Also nahm ich den ersten von drei Gelchips die ich vorsorglich mitgenommen hatte, zerbiss ihn und schob ihn in die Backentasche. Der dritte Zieldurchlauf bei km 30 war mit 2:02:40 deutlich zu langsam. Was war los? Ich nahm an der Verpflegungsstelle wieder meine zwei Fläschchen auf und öffnete eines sofort um zu trinken. Beim abstoppen von km 31 zeigte die Uhr eine 4:33 min/km, eindeutig mein bisher langsamster Kilometer. Ich versuchte zwar zu forcieren, aber es lief einfach nicht mehr. War das der Mann mit dem Hammer?
Am km 35 stoppte ich eine 2:24:07 und der vor mir laufende Marathoni kam jetzt deutlich näher. Auf der langen Geraden nach km 36 konnte ich ihn überholen, er war total eingebrochen. Nach dem Wendepunkt bei km 38 sah ich plötzlich Timo der nur noch kurz hinter mir war und deutlich schneller lief als ich. Jetzt hieß es nur Zähne zusammenbeißen und laufen. Auf dem Weg in den Zielbereich kamen mir zwei Läufer entgegen die nochmals auf die Strecke gingen. Das bedeutete zumindest Platz 3 und den galt es zu halten.
Der vierte Zieldurchlauf bei km 40 in 2:46:39 war genau so enttäuschend wie die drei zuvor. Obwohl hier im Gegensatz zur sonstigen Strecke wenigstens ein paar Leute standen, wurde man vollkommen ignoriert. Einzig Rainer, der mich vorm Start kurz angesprochen hatte und regelmäßig meinem Blog verfolgt, feuerte mich an. Timo war schon wieder ein Stück näher gekommen und nur noch eine knappe Minute hinter mir. So ging es auf die letzte kleine Runde. Jetzt plagte mich auch plötzlich noch Seitenstechen und ich sah meine Felle schon davon schwimmen. Ich spuckte den Gelchip den ich kurz zuvor genommen hatte aus, warf meine letzte Trinkflasche in den Straßengraben und wartete buchstäblich darauf, dass Timo mich einholte.
Er kam aber nicht, obwohl ich für km 41 fast 5 min brauchte. Ab km 42 ging es mir etwas besser, das Seitenstechen hatte nachgelassen und ich konnte das Ziel fest im Visier etwas schneller laufen. Mit sechs Sekunden Vorsprung und für mich enttäuschenden 2:56:36 wurde ich immerhin Gesamtzweiter. Robert erreichte den 5. Platz aber verfehlte mit 3:03:07 sein Ziel deutlich. Trotzdem erzielte jeder von uns eine neue Bestzeit und wir konnten unsere jeweiligen Altersklassen gewinnen.
Im Nachhinein war mir klar, dass ich das Rennen wahrscheinlich durch zwei Faktoren vergeigt hatte. Zum einen waren es die Magenprobleme die mich in die Büsche getrieben hatten. Danach habe ich wahrscheinlich im Kopf abgeschaltet und innerlich aufgehört weiterzulaufen. Der andere Punkt war das Mitnehmen der Trinkfläschchen. Denn noch nie hatte ich unmittelbar nach einem Marathonrennen solche Schmerzen in meinen Oberarmen. Wahrscheinlich konnte ich auch durch das permanente Zugreifen und Halten einfach nicht so ökonomisch laufen wie gewohnt.
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Heiko Krause
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30. Halbmarathon am 11.02.2007 in Mörfelden – nach oben
Beschaffenheit: flache Wendepunktstrecke auf befestigten Waldwegen
Wetter: 8°, Regen, zum Teil matschiger Untergrund
Teilnehmer: 495 im Ziel
Starker Regen und stürmische Windböen waren zum Wettkampftag vom Wetterdienst prophezeit, und der erste Blick kurz nach dem frühen Aufstehen bestätigte dies. Nach dem obligatorischen kurzen Vorwettkampf-Frühstück machte ich mich dann rechtzeitig auf den Weg nach Mörfelden. Die Straßen waren wie immer um diese frühe Uhrzeit, relativ leer und der Regen hatte mittlerweile aufgehört. Sollte es vielleicht doch trocken bleiben?
In Mörfelden angekommen war ich erstaunt über die vielen Läufer die bereits eine Stunde vor Wettkampfbeginn vor Ort waren. Dank der guten Organisation und der Voranmeldung gab es jedoch keinerlei Wartezeiten bei der Startnummernausgabe. Zufälligerweise holte Mario M. der Mainzer-Topmarathonläufer zeitgleich nebenan seine Startnummer und es blieb Zeit für eine kurze Begrüßung. Bereits an der Kuchentheke traf ich Fabian R. der sein verspätetes Frühstück zu sich nahm und auf meinen fragenden Blick meinte, dass dies heute nur ein Trainingslauf für ihn sei. Auf dem Weg zum Auto traf ich noch kurz Eckhard V. der letztes Jahr mit im Trainingslager in Andalusien war. Beim anbringen meiner Startnummer konnte ich noch etwas mit Fabian plaudern, der direkt neben mir parkte.
Bei wolkenverhangenem Himmel, aber immer noch trocken, ging es los zum lockeren Einlaufen. Schon beim verlassen des Stadions bekam ich einen Vorgeschmack auf den Wettkampf. Der Boden war total aufgeweicht und schwammig. Der Weg beim Einbiegen in das Waldstück war voller Morast und ich ahnte was da auf mich zukam. Am km 2 wendete ich und lief zurück Richtung Start um mich für den Wettkampf umzuziehen. Wieder im Stadion angekommen setzte leichter Regen ein der immer stärker wurde.
Kurz vor dem Start fragte ich zur Orientierung noch Sebastian K. wie er heute angehen würde. Nach ein paar lockeren Steigerungen ging ich an die Startlinie wo ich auch noch Jakob H. begrüßen konnte. Ich reihte mich hinter Mario ein und schon ging es los.
In der Aufregung des Positionsgerangels verpaßte ich die erste Kilometermarkierung. So langsam sortierte sich das Feld und ich stoppte beim zweiten Kilometer eine 7:21 ab. Eigentlich viel zu schnell, aber ich orientierte mich an Sebastian, der einige Meter vor mir lief und versuchte dran zu bleiben. Die vor uns laufende Gruppe mit Mario und Jakob entfernte sich langsam aber stetig. Die nächsten Kilometer gingen gleichmäßig in 3:41-3:41-3:42 weg. Die Zwischenzeit bei km 5 betrug 18:25 min.
Inzwischen konnte ich mich aus der Gruppe mit zwei bekannten Läufern aus der Untermainregion etwas absetzten und war zu Sebastian aufgelaufen. Am Wendepunkt zwischen km 5 und 6 kam uns die Spitze entgegen und erstaunt stellte ich fest, dass die gar nicht so weit weg war. Nach der Wende, die aufgrund des schlechten Untergrundes und des kleinen Radius viel Zeit kostete konnte man schön die nachfolgenden Läufer, darunter auch den Weltklasse-Triathlet Lothar Leder beobachten.
Weiter ging es Richtung Stadion in 3:40-3:40-3:43-3:44-3:48 bei km 10 zeigte die Uhr eine glatte 37:00 was meiner aktuellen 10 km-Bestzeit entsprach. Dabei war der letzte km vom Untergrund her eigentlich der schwierigste was sich auch in dem Split ausdrückte. Als ich ins Stadionrund einbog kamen mir Jakob und Mario entgegen, die gerade wieder das Stadion verließen. Im Vorbeilaufen feuerte mich Mario noch an.
Nach dem Start-/Zielbereich war eine Verpflegungsstation aufgebaut und in der Kurve stand Jörg P. der eifrig fotografierte.
Immer noch konnte ich einigermaßen Anschluß an Sebastian halten, aber so langsam löste er sich doch von mir. Ich versuchte mich wieder heranzukämpfen, da ich wußte, dass es alleine schwer werden würde. Die nächsten Kilometer wurden mit 3:47-3:49-3:46-3:41-3:57 schon langsamer, trotzdem lag ich mit 56:01 bei km 15 deutlich unter meiner bisherigen Bestzeit für diese Distanz.
Kurz vor passieren der Wende kam uns plötzlich ein Auto entgegen ohne uns jedoch zu behindern. Um den Wendepunkt herum, sah ich nun schon Lothar Leder mit einigen Läufern im Schlepptau bedrohlich näher kommen. Ich versuchte nun alles zu mobilisieren, aber der Regen und der schlechte Untergrund forderten Ihren Tribut. Bis km 18 konnte ich mich noch wehren, dann tauchte Lothar Leder und ein Begleiter neben mir auf. Als ich erneut forcierte ließen Sie sich erst geschickt hinter mich fallen um dann doch zu zweit an mir vorbeizuziehen. Trotzdem war ich erstaunt über Ihren Atemrhythmus, ein Trainingslauf war das sicher nicht. Zumal sie sich auch nicht groß absetzten konnten und der Abstand nicht sonderlich wuchs. Kurz darauf überholte ich Jakob, der mit Magenproblemen kämpfte.
Jetzt hieß es für mich nur noch nach hinten absichern und irgendwie ins Ziel kommen, nach vorne ging nichts mehr. Beim Abbiegen ins Stadion konnte ich auf dem morastigen Untergrund gerade noch einen Sturz vermeiden und lief immer mit einem Blick zur Uhr Richtung Stadionrund. Mein Hauptziel eine sub 1:20 war wohl sicher, aber würde es auch noch für einen neue Bestzeit reichen?
Aus der Bahnkurve heraus gelang es mir nochmals zu beschleunigen und erschöpft stoppte ich glücklich eine 1:19:43 ab. Dies bedeutete eine Verbesserung der Bestzeit von immerhin 4 Sekunden bei miserabelen Bedingungen, gelaufen aus der vollen Marathonvorbereitung mit bereits 110 Wochenkilometern in den Beinen.
Anschließend ging ich entgegen meiner sonstigen Angewohnheit ohne auszulaufen, im immer noch strömenden Regen gleich unter die Dusche. Dies war auch bitter nötig, da der Dreck teils bis hoch zum Rücken gespritzt war.
Bei Kaffee und Kuchen blieb dann noch etwas Zeit um ein paar nette Gespräche zu führen bevor ich mich auf den Heimweg begab.
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23. Winterlaufserie 3. Lauf am 27.11.2005 in Goldbach – nach oben
Streckenlänge: 10 km
Beschaffenheit: anspruchsvolle 10km Waldlaufstrecke mit Höhenunterschieden
Wetter: 1°, trocken, Schnee und Eisbedeckter Untergrund
Teilnehmer: über 700
Insgeheim hatte ich heute schon mit einer Zeit unter 40 min gerechnet, aber es wurden nur 41:16. Die Form hatte eigentlich gestimmt, aber die Wetterbedingungen hatten mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Schon auf dem Weg vom Auto zur Anmeldung war der Weg spiegelglatt. Beim Warmlaufen prägte ich mir die Schnee- und Eisfreien Stellen ein auf der ich später laufen wollte, aber alles umsonst. Als der Startschuss fiel wurde ich ca. 3 m hinter der Startlinie stehend, links und rechts geradezu überrannt. Die ersten zweihundert Meter eierte ich regelrecht auf der Piste herum besonders auf der kurzen Bergabpassage vor dem Überqueren der Straße. Von da ab hatte ich natürlich geloost. Auf dem rechten, einigermaßen belaufbaren Pfad, bildete sich eine schöne Schlange Läufer unter anderem auch sicher welche die hier mit ihren Pulswerten bereits ihren Maximalwert erreichten. Es blieb mir nichts anderes übrig als die Steigung auf der Überholspur durch Schnee und Eis zu laufen. Trotz dieses Malheurs, stoppte ich eine 3:55 am ersten Kilometer. An der Abzweigung der ersten Schleife hatte ich dann mein erstes Zwischenziel erreicht, von der Spitze des Feldes war noch nichts zu sehen.
Auf dem 2 km in 4:07 machte sich bereits ein Substanzverlust durch den schwierigen Untergrund bemerkbar. Sobald die Schlange der entgegenkommenden Läufer abriss forcierte ich das Tempo und hatte einen AK-Konkurrenten im Visier. Jetzt hieß es nur noch dranbleiben, unter den beschissenen Verhältnissen hatte schließlich jeder zu leiden. Es bildete sich eine 4-er Gruppe mit ständig wechselnder Führung. Der nächste km in 4:02 war in Ordnung, aber kurz vor km 4 in 4:11 musste ich wieder etwas abreißen lassen, weil das Tempo über den abschüssigen verschneiten Wurzelweg zu hoch war. Bis km 5 hatte ich mich jedoch wieder rangekämpft allerdings mit dem bisher langsamsten km-Splitt von 4:28, allerdings hat’s der Abschnitt auch ganz schön in sich. Nun gab es einige Meter eine kurze Gerade vorbei an dem Glattbacher Kreuzweg bevor die nächste Steigung anstand. Hier versuchte ich die Gruppe abzuhängen und setzte zum überholen an. Allerdings musste ich dazu wieder auf den vereisten Schneebedeckten Teil des Weges. Ich kam vorbei, hörte jedoch meine Verfolger kurz hinter mir und konnte die Konterattacke nicht abwehren. Im selben Moment war Zwischenziel Nummer 2 gescheitert. Mit einem Wahnsinnsspeed kam Tobias von oben als Führender angebraust. Mit einigem Abstand begegnete mir kurz vor der Abzweigung in die zweite Schleife als Zweiter der letztjährige Seriengewinner.
Beim km 6 stand 4:23 auf der Uhr und die 4-er Gruppe hatte sich um einen dezimiert. Mit Sichtkontakt nach vorne tauchte plötzlich mein persönlicher Holger Meier auf. An der Wende am höchsten Punkt hatte auch er mich erspäht und versuchte die 30 m Vorsprung zu halten. Wiederum vorbei an der unendlichen Schlange der entgegenkommenden Läufer ging’s jetzt bis auf eine kleine Welle bergab. Kurz nach km 7 in 4:09 setzten wir zum überholen von Holger Meier an, mein AK-Konkurrent links, ich rechts vorbei. Auf der langen Bergabpassage ließen wir es dann richtig rollen, so dass bei km 8 eine 3:28 zu Buche stand. Allerdings setzten sich jetzt meine beiden Begleiter etwas von mir ab, weil ich Tempo herausnahm. Am tiefsten Punkt der Strecke einer 60° Kehre mit einem brutalem Übergang von bergab zu bergauf Steigung war Holger wieder bei mir und überholte. Ich konterte und munterte ihn mit den Worten “die 3 da vorne kriegen wir noch” auf worauf er abwinkte und meinte “lauf, ich bin platt”. Mir ging es allerdings nicht viel besser und ich schaffte den km 9 mit dem letzten harten Anstieg in 4:18.
Die beiden anderen aus meiner Gruppe waren ca. 50 m vor mir und ich sicherte nur noch nach hinten ab und war am Schluss zufrieden knapp 20 sec vor Holger Meier ins Ziel einzulaufen.
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10. HVB Citylauf am 03.06.2005 in Aschaffenburg – nach oben
Streckenlänge: 7,9 km
Beschaffenheit: 5 Runden Asphalt durch die Innenstadt
Profil: wellig mit vielen Kurven
Wetter: 25°, trocken, bewölkt, schwül
Teilnehmer: 1458
Alles was in der Region und weit darüber hinaus Rang und Namen hat ist hier heute vertreten. Die Veranstaltung ist trotz der Menschenmassen gewohnt gut organisiert. Um 20.10 Uhr ist der Start des B-Laufes für ambitionierte Läufer/-innen inklusive der weiblichen Elite und um 20.50 Uhr startet der A-Lauf die Leistungsklasse Männer sowie die männliche Elite.
Die Strecke ist wie bei Cityläufen üblich etwas verwinkelt in der Innenstadt, wobei für die 7,9km knapp 5 Runden von je ca. 1600m gelaufen werden müssen. Dies ist meine vierte Teilnahme an diesem Lauf, aber so viele Zuschauer standen noch nie an der Strecke.
Schon beim Einlaufen schmerzte meine linke lädierte Achillessehne. Selbst intensives Dehnen brachte keine Besserung. Zu allem Unglück hatte ich auch nur die leichten Brooks Racer dabei.
Der Startschuss ertönte pünktlich und sofort ging die Post ab. Im Gegensatz zu den „üblichen“ Wettkämpfen wo ich mich beim Start doch überwiegend im vorderen Feld aufhalte, befand ich mich hier im hinteren Drittel. Meine Taktik lautete ruhig angehen und schauen was meine unmittelbaren Konkurrenten machen, um dann im hintern Teil eventuell anzugreifen. Aber es kam wie immer alles anders.
Den ersten Kilometer stoppte ich in 3:42 und hatte schon einen total trockenen Mund und Atemprobleme. Die Temperaturen waren jetzt zwar wesentlich erträglicher aber irgendwo in der Nähe zog jetzt ein Gewitter auf und es herrschten zum Teil sehr starke Windböen.
Langsam formierte sich eine Gruppe. Bei km2 zeigte die Uhr 3:31, durch die Gruppe hatte ich mich doch zu einem schnelleren Tempo hinreißen lassen. Bis jetzt war alles noch im grünen Bereich. Auch der dritte Kilometer mit 3:38 passte ins Konzept. Doch dann machte ich einen verhängnisvollen Fehler.
Als ein Läufer von hinten unsere Gruppe überholte hängte ich mich an ihn und versuchte das Tempo mitzugehen. Das ganze passierte genau in dem Bereich in dem die meisten Zuschauer standen und die Geräuschkulisse natürlich besonders hoch war. Nun kam der Anfang vom Ende. Ein Sprint über 200m in einem Langstreckenrennen! Und dann … dann passierte es. Schleichend, aber unweigerlich wurden meine Beine schwer, ich bekam nur noch schlecht Luft aber auch mein Vordermann kam nicht weiter weg. An der nächsten Steigung hörte ich von hinten Schritte und die Gruppe ging an mir vorbei ohne dass ich reagieren konnte.
Der Rest war nur noch Krampf, ich sehnte regelrecht das Ziel herbei. Dabei wurde ich noch um einiges nach hinten durchgereicht.
Und zu der Niederlage kamen die Unannehmlichkeiten, die Überrundungen fingen an. Die Spitze des Feldes, ein Kenianer flog im 2:50 km-Schnitt an mir vorbei. Ich hatte einfach keine Lust mehr – warum nicht aussteigen? Macht ja keinen Sinn mehr. “Ein schlechter Wettkampf ist immer noch gutes Training” – aber das hier war auch kein gutes Training mehr. Ich gab auch längst nicht mehr alles, lief halt einfach nur noch. Die km-Zeiten wurden kontinuierlich schlechter. Nach 5 Runden und 30:16min war es endlich vorbei.
Langsam kann ich es nicht mehr begreifen, dass ich von meinen Trainingsleistungen total begeistert und hingerissen bin und bei den Wettkämpfen so enttäusche. Die Achillessehne hat sich während des Laufes überhaupt nicht bemerkbar gemacht und mich zumindest vom Gefühl her nicht behindert. Doch nach dem Wettkampf war ich nicht mehr in der Lage einen Kilometer locker auszulaufen so schmerzte mein Fuß.
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7. Nidda-Rundlauf am 21.5.2005 in Florstadt – nach oben
Streckenlänge: 10 km
Beschaffenheit: Asphalt u. Schotterwege
Profil: flach
Wetter: 22°, trocken, bewölkt, schwül
Teilnehmer: 104
Nach einer Woche erzwungener Laufpause durch eine Erkältung, nahm ich beim Nidda-Rundlauf in Florstadt erstmals wieder an einem Wettkampf teil.
Bis zur letzten Minute wusste ich noch nicht ob ich die 5 oder 10km laufen sollte. Spontan entschloss ich mich dann doch für die längere Distanz. Ein 10km Wettkampf, von dem ich nicht so genau wusste, wie ich ihn angehen sollte.
Eine Bestzeit war bedingt durch die gesundheitlichen Probleme in der Vorwoche sowieso von vorne herein ausgeschlossen. Nach ca. 5km lockerem Einlaufen zusammen mit Eberhard und Uwe war ich schon nass geschwitzt. Irgendwie war es richtig schwül und drückend, obwohl die Temperaturen mit ca. 22° eigentlich gar nicht so hoch waren.
Beim Start positionierte ich mich neben Eberhard, der eine 36-er Zeit laufen wollte, außen links in die erste Reihe. Als der Startschuss fiel war ich nach ca. 20m an erster Stelle und schaute erstaunt neben mich wo denn die anderen alle blieben. An meiner Führungsposition änderte sich auch auf den nächsten 100 Metern nichts. Anscheinend hatte ich bedingt durch die Laufpause zuviel Kraft in den Beinen, oder der Adrenalinstoß war zu groß.
Die ersten Meter führten in einer Schleife durch ein Wohngebiet, dann kamen wir wieder an Start und Ziel vorbei um auf eine viermal zu durchlaufende Runde einzubiegen. Jeder Kilometer war mit Schildern deutlich gekennzeichnet und auf jeder Runde bestand die Möglichkeit Getränke zu nehmen oder sich mit einem Wasserschwamm abzukühlen.
Bei km1 zeigte der Blick auf die Uhr 3:30, wie immer viel zu schnell. Mittlerweile hatten mich 4 Läufer überholt und Eberhard war neben mir. Also weiter was geht, vielleicht ist heute ja doch noch was drin. Mit diesem Gedanken versuchte ich das Tempo von Eberhard zu halten. Der zweite Kilometer war mit 3:46 jedoch schon deutlich langsamer, was jetzt wahrscheinlich auch an dem Untergrund lag. Die Strecke führte nun wunderbar an dem Flusslauf der Nidda entlang. Das Problem war jedoch, dass dieser Weg erst vor kurzem angelegt wurde. Frisch geschottert versank man hier zum Teil regelrecht im Untergrund.
Ab dem zweiten Kilometer merkte ich dann das eine Woche Erkältung doch ihren Tribut fordern und musste Eberhard ziehen lassen. Im Startzielbereich nach km3 feuerte mich Erwin noch an und rief mir zu das ich auf dem sechsten Platz sei, aber mir war zu diesem Zeitpunkt schon klar dass ich diesen nicht halten konnte. Kurz darauf wurde ich auch schon von einem weiteren Läufer überholt und hatte keine Chance das Tempo mit zugehen.
Die Kilometerzeiten pendelten sich nun so bei 3:55 ein. Mitte der zweiten Runde kämpfte sich ein weiterer Läufer von hinten heran und versuchte zu überholen. Sofort hängte ich mich in seinen Windschatten und blieb an ihm dran. Als ich merkte dass auch er Probleme mit diesem Tempo hatte ging ich an ihm vorbei und machte wieder die Tempoarbeit. So kämpften wir eine ganze Zeit miteinander bis ich doch nichts mehr zu zusetzten hatte und ihn ziehen ließ.
Von hinten war jetzt nichts mehr zu befürchten und ich wollte eigentlich nur noch irgendwie ins Ziel kommen und die ganze Sache hinter mich bringen. Dies gelang mir dann auch noch mit einer ganz passablen Endzeit.
In 38:51min ereichte ich den 9. Gesamtplatz und den 4. Rang in der Altersklassenwertung, wobei diese in 10-er Schritten gewertet wurde. In den ansonsten üblichen 5-er Schritten wäre dies der 1. Platz in der AK M45 gewesen.
In der Mannschaftswertung bedeutete dies zusammen mit Eberhard in 37:58 und Günter in 39:34 den 1.Platz. Uwe war mit seinen erzielten 40:54 deutlich unzufrieden.
Als Fazit kann ich aufgrund der gesundheitlichen Probleme in der zurückliegenden Woche mit dieser Leistung ganz zufrieden sein.
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1. Straßenlauf am 6.5.2005 in Stockstadt – nach oben
Streckenlänge: 10 km
Beschaffenheit: Asphalt u. Waldwege
Profil: flach
Wetter: trocken, windig, kühl
Teilnehmer:~100
Erster 10000m Straßenlauf in Stockstadt – bisher hatte ich hier zu Anfang meiner „Läuferkarriere“ – zweimal an einem 5000m Lauf teilgenommen.
Die Anfahrt gestaltete sich schon als kleines Problem. Bedingt durch die Schülerläufe hatte die Feuerwehr kurzerhand die Zufahrt zur Veranstaltung für Pkws hermetisch abgesperrt. Endlich schaffte ich es doch über einige Umwege und Herumirren durch ein leeres Wohnviertel in die Nähe der Halle zu kommen. Dabei hatte ich sogar das Glück und erwischte einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Startlinie.
Bedingt durch das schlechte Wetter – es regnete den ganzen Tag Hunde und Katzen – war ich mir eigentlich immer noch nicht so richtig sicher ob ich starten sollte oder nicht. Als Option wäre immer noch der Halbmarathon am Sonntag 08.05. in Mainz möglich gewesen.
Nachdem sich aber bei der Ankunft der Himmel bis auf ein paar Wolken gnädig zeigte beschloss ich doch zu starten.
Auf dem Weg zur Anmeldung, der wiederum zu einer Suche ausartete, begegnete ich einigen Bekannten. Endlich konnte ich meine Startnummer erwerben, die Sicherheitsnadeln waren leider schon ausgegangen.
Hier besteht von Seiten der Organisatoren Handlungsbedarf. Ein paar Hinweisschilder und genügend Sicherheitsnadeln wären doch leicht zu organisieren. Ebenso das ordentliche Ausschildern der Anfahrt zum Wettkampfort. Außerdem finde ich 3 € Nachmeldegebühr für einen 10km-Lauf schon ein bisschen für überzogen!
Leider blieb jetzt nicht mehr viel Zeit zum Warmlaufen. Einmal die Runde, die insgesamt fünfmal zu durchlaufen war und knapp 2km betrug. Die Streckenmarkierung und Beschilderung der einzelnen Kilometer entschädigte für das Herumirren am Anfang. Im Gegensatz zur Streckenführung die überwiegend durch Spielstraßen in verkehrsberuhigten Zonen führte. Total unübersichtlich, viele Kurven an parkenden Autos und Gartenzäunen vorbei. Zwei kurze Passagen gingen über Waldwege, mit großen Pfützen und der matschige Untergrund erinnerte fast an die Crossläufe des Winters!
Zurück am Auto zog ich mich um und lief noch zwei, drei kurze Steigerungsläufe zur Vorbereitung auf den Wettkampf. Dann der Start hinter der Halle auf offener Strasse, es war ganz schön kühl, und der Körper eigentlich noch nicht richtig auf Betriebstemperatur. Pünktlich um 19:30 Uhr sollte er erfolgen. Es gab noch eine kurze Einweisung, da es sich jedoch bei den Teilnehmern überwiegend um „alte Hasen“ handelte gab es nicht viel zu erzählen.
Achtung, Peng, los. Da ich nur in der 3. Reihe stand, musste ich die Arme ganz schön ausfahren und Slalomlaufen war angesagt. Das hörte erstmal gar nicht auf. Ich hatte meinen Holger Meier gerade noch im Blick. Erst nach etwa 200m legte sich das etwas, und es begannen sich die ersten Grüppchen zu bilden. Dann kam eine kurze Steigerung, die mich in die gewünschte Position brachte, und der erste km war in 3:30 – wie immer – viel zu schnell.
Sofort nahm ich etwas das Tempo heraus, nicht zu schnell, nicht zu langsam – ok. Fühlte sich gut an. Und genug Kraft um Druck zu machen war auch da. Auch wenn das Tempo natürlich auf Dauer schon anstrengend. Ich ließ mich an das Ende der Gruppe fallen und beobachtete die Sache von hinten. Sofort wurde ich von weiteren Läufern überholt, denen aber deutlich anzumerken war das sie jetzt schon überzogen.
Nach den Waldweg-Passagen konnte ich mir beim Anblick der vor mir laufenden vorstellen wie ich von hinten aussah. Der Dreck spritzte hoch bis über die Gürtellinie. Am schlimmsten war eine ca. 150° Wende wo ausgerechnet eine riesige Pfütze war. Wenn man hier nicht aufpasste war ein Sturz vorprogrammiert. Diese ständigen Wechsel bedingt durch die vielen Kurven machten ein gleichmäßiges Tempo unmöglich.
Der km2 passte mit 3:41. Mittlerweile wurde die Gruppe vor mir schon langsamer und ich begann zu überholen. Vorbei an zum Teil schwer atmeten Läufern absolvierte ich den km3 in 3:39 und setzte mich an die Spitze der Gruppe. Sofort reihten sich ein paar hinter mir ein und versuchten in meinem Windschatten zu folgen. Der km4 war mit 3:53 plötzlich deutlich langsamer. Also legte ich etwas zu. Immer weiter zog ich mich an einen vor mir laufenden heran, konnte aber nie aufschließen.
Mit 3:44 auf km5 = 18:29 konnte ich das Tempo wieder erhöhen. Aus der ursprünglichen Gruppe war mittlerweile ein Zweikampf geworden. Gemeinsam mit meinem Mitläufer wechselten wir uns nun in der Tempoarbeit ab und nutzten den Windschatten bei dem zum Teil doch recht böigen Gegenwind.
Doch trotz all dieser Bemühungen wurde das Tempo nicht viel schneller, km6 in 3:47, km7 in 3:43. Die Lücke zu unserem Vordermann blieb konstant. Ab km7, begann das überrunden langsamerer Läufer, was durch den unübersichtliche Streckenverlauf zu einer weitern Erschwernis beitrug. Als ich Roland überrundete, munterte ich ihn mit einem Klaps auf, worauf er mich anfeuerte.
Allerdings wurde es jetzt doch schwerer, das Tempo zu halten. Die Beine wollten zwar, aber irgendwie ging es nicht. Ich wollte auch nicht mehr so richtig: ich war froh, dass es gut lief und ich das Waterloo von Würzburg weglaufen konnte, aber für Experimente und mehr fehlte mir irgendwie der Biss. Erstmal überhaupt ins Ziel kommen. Erstmal überhaupt das Tempo noch 2km stehen. Erstmal überhaupt wieder ne Zeit laufen, die okay ist.
Es ging also einfach weiter, km8 in 3:50. Nun versuchte ich auf dem letzten Kilometer einen Angriff auf den ca. 30m vor mir laufenden. Der aber hatte bereits einen Vereinskollegen von sich im Visier und beschleunigte ebenfalls. Mit einer 3:45 auf km9 konnte ich jedoch meinen unmittelbaren Begleiter abschütteln.
Wieso also noch beschleunigen? Mit einem guten letzten km in 3:30 wäre das noch eine super Zeit geworden, aber ich kriegte die Knie auch nicht mehr richtig hoch für einen Endspurt. Wahrscheinlich fehlte mir heute im Kopf der nötige Biss.
Beim Einlaufen auf die Zielgerade Blick auf die Uhr, 36:47, das würde nicht reichen. Trotzdem noch mal leicht angezogen, aber den Schlussspurt muss ich im Training wohl öfter mal wieder üben. Im Ziel dann bei 37:19 abgestoppt, letzter km in 3:42.
In der Ergebnisliste sieht das ganze folgendermaßen aus: 10.Gesamtplatz, 3.AK M45. Da sieht man mal wieder wie stark die Altersklasse M45 besetzt ist!
Ein bisschen ärgerlich, dass vorne keine 36 steht, aber trotzdem heilfroh, dass ich jetzt wieder eine 10km-Zeit habe, die zu den anderen Zeiten passt. War auch höchste Zeit, Bestzeit um 52sec unterboten, und ich denke da ist diese Jahr noch einiges machbar!
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5. Würzburg-Marathon am 17.4.2005 – nach oben
Beschaffenheit: Asphalt u. Kopfsteinpflaster
Profil: flach
Wetter: trocken, bewölkt
Teilnehmer: 1188
An meine Grenzen konnte ich heute nicht gehen, da mir meine Wadenmuskulatur einen Strich durch die Rechnung machte.
Dabei lief alles genau so wie geplant. Der erste Kilometer war mit 3:41 wie immer viel zu schnell, aber vielleicht stimmte auch die Kilometerangabe nicht genau, weil beim zweiten die Uhr 4:06 bei geringfügig langsamerem Tempo anzeigte.
Bei Kilometer 5 war ich mit 19:47 drei Sekunden zu schnell und fühlte mich super. Die Durchgangszeit bei 10km war mit 39:47 etwas zu langsam, jedoch bei km15 war mit 59:27 wieder alles im Soll.
Bis hierher konnte ich den geplanten Schnitt von 3:58 für die ersten 15km ohne Probleme relativ locker laufen. Dabei befand ich mich die ganze Zeit in einer 3-er Gruppe der lokalen M45 Elite.
Für die nächsten 10km wollte ich nun den Schnitt auf 3:51 erhöhen, was mir auch gut gelang. Dabei löste ich mich aus der Gruppe und rollte das Feld vor mir regelrecht auf. Nach 3:48 für den km17 verspürte ich schon ziemlich starke Schmerzen in meiner Wadenmuskulatur. Hier bog man nun in die Altstadt von Würzburg ein. Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen und nur noch enge Kurven. Vor mir war ein riesiges Loch von über 200m, die Schmerzen in den Waden wurden immer schlimmer.
Ich konnte das Tempo nicht mehr halten und lief die km18 in 4:00 und km19 in 3:59. Trotzdem gelang es mir bis zum Würzburger Dom die Lücke zu schließen und weitere Läufer zu überholen. Den km20 schaffte ich noch in 3:57, Gesamtzeit 1:19:05. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, wozu auch noch der schlechte Untergrund beitrug. Kurz vor km21 wurde ich von einem ins Ziel einbiegenden Halbmarathonläufer den ich zuvor überholt hatte überspurtet. Nun begann das Ende meiner Leidensgeschichte. Kurz nach km21 wurde ich von einem der M45 Eliteläufer wieder eingefangen, und hatte keine Chance das Tempo mitzugehen, weil ich einfach die Beine nicht mehr hochbrachte. Das Tempo wurde merklich langsamer und der nächste kämpfte sich von hinten an mich ran. Den km22 konnte ich noch in 4:11 bewältigen, aber dann war das Rennen für mich gelaufen. Kurz vor km24 blieb ich das erste Mal stehen um meine Wadenmuskulatur zu dehnen. Nachdem ich versuchte weiterzulaufen wurde mir sofort klar, dass ich die restlichen 18km heute nicht mehr bewältigen konnte. Auch die Anfeuerungsrufe von Rainer, Werner und Hermann von unserem Lauftreff die auf diesem Streckenabschnitt Dienst hatten, konnten mir nicht helfen.
So joggte ich noch bis km27, kurz vor dem Start-/Zielbereich, riss mir total enttäuscht die Startnummer vom Trikot und ging aus dem Rennen.




