Heute war es soweit, ich gab mein Debüt in der neuen Altersklasse M50. Dafür hatte ich mir den Halbmarathon in Mörfelden heraus gesucht. Mit vielen Kilometern in den Beinen und 5 Kilogramm weniger auf den Rippen hatte ich mir einiges vorgenommen. Allerdings bremste mich die beiden letzten Wochen eine kleine Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel, sowie der viele Schnee etwas aus. Deshalb war ich mir im Vorfeld auch noch gar nicht so richtig sicher ob ich in Mörfelden starten sollte. Nachdem es aber die letzten Tage doch ganz ordentlich getaut hatte, entschied ich mich letztendlich für den Wettkampf.
Bei Temperaturen um die 2° Grad lies sich kurz vor dem Start sogar die Sonne blicken. Dabei war ich der einzige Teilnehmer der ganz in kurz lief. Pünktlich um 9:30 Uhr ging es dann los. Bis kurz vor dem ersten Kilometer waren wir zu viert an der Spitze, dann lies ich die jungen Hüpfer laufen. Das Tempo erschien mir zu schnell. Ab da war ich dann bis auf eine Überholung nach km 8 ziemlich alleine unterwegs. Das war auch nicht weiter schlimm, im Gegenteil zu den einzelnen Schnee- und Eispassagen, die es in sich hatten. Kilometer 10 ging ich mit 38:40 min durch. Hinter mir hatte sich kurz vorher ein Läufer heran gekämpft, aber anscheinend etwas dabei übernommen. Der Abstand wurde nämlich zusehends größer.
Nach dem Stadiondurchlauf auf der Kunststoffbahn ging es in die zweite Runde. Durch die vielen Läufer waren die Schnee- und Eisabschnitte etwas zurückgegangen und es war deutlich besser zu laufen. Am Wendepunkt zwischen km 15 und 16 feuerte mich mein Verfolger bei der gegenseitigen Begegnung noch an. Als ich mich kurz vor km 20 wieder durch eine längeren Schneeabschnitt gearbeitet hatte, schaltete ich irgendwie ab. Vor mir war niemand zu sehen und ich wusste nur, dass an der nächsten Kreuzung bald eine 90° Kurve kommt. Da dort jedoch, im Gegensatz zur ersten Runde niemand stand, bog ich dummerweise in die falsche Richtung ab.
Mein Hintermann schrie und macht mich dadurch darauf aufmerksam. Beim abrupten Abstoppen hätte es mich auf dem glatten Parkett beinahe noch hin geschmissen. Mein Verfolger kam an und rief mir zu er würde mich vor lassen, aber das war nicht nötig. Der Adrenalinstoss reichte locker um vor ihm zu bleiben. Auf der Bahn konnte ich dann nochmals richtig Gas geben und lief mit 1:21:59 h als Gesamtfünfter und Sieger in der M50 ins Ziel. Damit hätte ich auch noch die M45 gewonnen ;-))
Angesichts der besch… Streckenverhältnisse bin ich damit ganz zufrieden. Zur Siegerehrung gab es dann vom Veranstalter, der nicht wusste wo Mömlingen liegt, neben einer Flasche Rotwein noch ein besonderes Kompliment für die gelaufene Zeit.